Die Situation zwischen 1930 und 1933 in Deutschland

Gesellschaftlich:

– Durch die Weltwirtschaftskrise wurden große Teile der Bevölkerung, besonders Fabrikarbeiter und Angestellte, arbeitslos.

– Durch die Ohnmacht der Behörden und die hohe Arbeitslosigkeit wuchsen Straßenkriminalität und politische Radikalisierung. Die Kämpfe zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten arteten oft in blutigen Straßenkämpfen aus. Politische Veranstaltungen wurden ab 1930 stets von gegnerischen Schlägertrupps angegriffen (sogenannte Saalschlachten waren die Folge).

– Es entstanden Kampftruppen der verschiedenen Parteien. Für die Kommunisten kämpfte der „Rote Frontkämpferbund“, für die Monarchisten der „Stahlhelm / Bund der Frontsoldaten“ und für die Nationalsozialisten die „Schutzstaffel“ (SA). Demokratische Parteien versuchten durch die Aufstellung des „Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold“ ein Gegenstück aufzubauen. Dies misslang aber da sich das Reichsbanner selbst zu einer gewaltverbreitenden und autokratischen Truppe entwickelte.

Politisch:

– Durch die Weltwirtschaftskrise zerbrach die Weimarer Koalition der demokratischen Parteien, sie wurde durch Präsidialkabinette abgelöst, Regierungen, die nicht die Mehrheit im Reichstag hatten (regierten über Notverordnungen nach Artikel 48, mit Unterstützung des Reichspräsidenten Hindenburg; siehe auch Kommentar unter diesem Artikel).

– Die allgemeine Unzufriedenheit mit der Regierung der Weimarer Republik und den ständig wechselnden Präsidialkabinetten, die die Krise nicht lösen konnten, stärkte die radikalen Parteien und Gruppierungen in Deutschland.

– Besonders Kommunisten (KPD), Monarchisten (DNVP) und Nationalsozialisten (NSDAP) bekamen immer mehr Zuspruch aus verschiedenen Teilen der Bevölkerung und damit Einfluss auf die Politik.

Weiter zum Artikel über die verschiedenen Kampftruppen, die die Städte der Weimarer Republik zwischen 1930 und 1933 dominierten:
https://histopro.wordpress.com/2012/11/05/kampftruppen-in-der-zeit-der-weimarer-republik/

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