Die politischen Parteien der Weimarer Republik

Übersicht über die politischen Parteien der Weimarer Republik:
Zentrum:

Bestehen: 1870 bis 1933

Führungspersönlichkeit: Matthias Erzberger

Staatsform als Ziel: Demokratie

Innenpolitik: Festigung der Weimarer Republik, Ausbau des Sozialstaats, Sicherung des Verfassungsstaats, Förderung der christlichen Kultur

Außenpolitik: Sicherung des Friedens, Revision des Versailler Vertrags (v.a. ab 1928)

Bevölkerungsgruppen: primär alle Katholiken

Meinung zur WR: arbeitete mit der Verfassung, verteidigte sie phasenweise (v.a. ab 1930 nicht mehr; Brüning)

DDP (Deutsche Demokratische Partei):

Bestehen: 1918 – 1933 (ab 1930: Deutsche Staatspartei)

Persönlichkeiten: Preuß, Rathenau, Naumann, Haußmann

Staatsform: Demokratie

Innenpolitik: Wirtschaftliche Freiheit, Rechtgleichheit, Schutz des Individuums

Außenpolitik: Verständigung mit den europäischen Mächten

Bevölkerungsgruppen: Selbstständige, Angestellte, Bildungsbürgertum

Meinung zur WR: war maßgeblich an der Verfassungsgebung beteiligt, schützte und verteidigte sie vehement

SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands):

Bestehen: 1869 bis heute (zwischen 1933 und 1945 durch den Nationalsozialismus verboten)

Persönlichkeiten: Scheidemann, Hasse, Ebert, Braun

Staatsform: Demokratie

Innenpolitik: Ausbau des Sozialstaats, Verbesserung Lebensverhältnisse der Arbeiter, Reformen, Frauenrechte

Außenpolitik: Friedliche Änderung des VV, Kompromiss mit Siegermächten

Bevölkerungsgruppen: v.a. Arbeiter

Meinung zur WR: an der Verfassungsgebung beteiligt, schützte und verteidigte die Verfassung

DVP (Deutsche Volkspartei):

Bestehen: 1918 – 1933

Persönlichkeiten: Stresemann

Staatsform: zunächst eher für die Monarchie, ab 1927 klar für die Demokratie (Stresemann!)

Innenpolitik: Föderalismus, Nationalliberalismus

Außenpolitik: Verständigung mit anderen Ländern, mehr Handel und dadurch Aufweichung des VV

Meinung zur WR: zunächst eher ablehnend, ab 1927 klar dafür

BVP (Bayerische Volkspartei):

Bestehen: 1918 – 1933

Persönlichkeiten: von Lerchenfeld, Held

Staatsform: Unklar, eher Monarchie, weitgehende Unabhängigkeit Bayerns stand im Vordergrund

Innenpolitik: weitgehende Unabhängigkeit Bayerns, Förderung der katholischen Gesinnung

Außenpolitik: Revision des Versailler Vertrags

Bevölkerungsgruppen: (theoretisch) alle Bayern

Meinung von der WR: hat sie anerkannt, wenn auch nur teilweise

DNVP (Deutschnationale Volkspartei):

Bestehen: 1918 – 1933

Persönlichkeiten: Hugenberg, Kapp, (Hindenburg war nicht Mitglied der Partei, wurde aber von dieser massiv unterstützt)

Staatsform: Monarchie

Innenpolitik: Wiederaufbau des Kaiserreichs, Imperialismus

Außenpolitik: Revision des Versailler Vertrags

Bevölkerungsgruppen: Offiziere, Elite des Landes, Adlige

Meinung zur WR: sehr ablehnend, wollte sie stürzen

NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei):

Bestehen: 1919 – 1945

Persönlichkeiten: Hitler, Hess, Göring, Goebbels, Frick

Staatsform: Diktatur (Faschismus, Nationalsozialismus)

Innenpolitik: Ablehnung der Demokratie, Diktatur mit Führerstaat, Antisemitismus, Antisozialismus

Außenpolitik, Revision des Versailler Vertrags, Krieg, Vorherrschaft des NS in der Welt

Bevölkerungsgruppen: alle von der Demokratie enttäuschten

Meinung zur WR: sehr ablehnend, wollte sie stürzen

KPD (Kommunistische Partei Deutschlands):

Bestehen: 1918 – 1933 (1946 in der sowj. Besatzungszone wiedergegründet und mit der dortigen SPD zur SED vereinigt, in den westlichen Besatzungszonen ab 1956 verboten)

Persönlichkeiten: Thälmann, Liebknecht, Luxemburg (letztere nur bis 1919)

Staatsform: Kommunismus (Räterepublik)

Innenpolitik: Antidemokratisch, Aufbau von Räten, Revolution, Verstaatlichung der Wirtschaft, Rätesystem

Außenpolitik: Anlehnung der Politik an die Sowjetunion, kommunistische Weltrevolution aller Länder, Gegner aller nichtkommunistischer Länder (USA, FR, GB, Italien usw.)

Bevölkerungsgruppen: (moskautreue) Kommunisten, Arbeiter und Bauern

Meinung zur WR: sehr ablehnend, wollen Revolution

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