Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Leitfrage: Widerstand gegen den Nationalsozialismus – gemeinsamer Kampf für die gleiche Sache?

In der folgenden Gruppenarbeit erhaltet ihr jeweils zwei Hefte der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) zum Thema „Widerstand gegen den Nationalsozialismus“. Eure Aufgabe ist es, ein Informationsblatt im DIN-A4-Format herzustellen, das die Klasse ausführlich über Eure Gruppe informiert.

– Name und Herkunft der Gruppe
– Aktionen des Widerstands der Gruppe
– Fokus auf aktiven oder passiven Widerstand der Gruppe
– Motive des Widerstands der Gruppe (warum widersetzten sie sich und was war ihr Ziel?)
– Kurze Vorstellung einzelner wichtiger Mitglieder
– Folgen des Widerstands und Auswirkungen auf die Gesellschaft damals und heute

Die Gruppeneinteilung erfolgt zu Beginn der Stunde durch Bildkärtchen (bitte an mich zurückgeben):

Gruppe 1: Georg Elser – ab Seite 24

– Herkunft

Georg Elser gehörte zu keiner bestimmten Gruppe, die sich gegen den NS widersetzte, sondern handelte höchstwahrscheinlich alleine und auf Grundlage seines politischen Gewissens.

– Aktionen des Widerstands der Gruppe

Georg Elser präparierte eine Säule im Bürgerbräukeller in München mit Sprengstoff. Die Bombe sollte am 8. November 1939 eigentlich explodieren während Hitler eine Rede hielt, jedoch verließ er 13 Minuten früher die Bühne.

– Fokus auf aktiven oder passiven Widerstand der Gruppe

Der Anschlag vom 8. November war seine einzige aktive Handlung gegen den NS. Zuvor hatte er bereits in verschiedener Form passiven Widerstand geleistet, z.B. sich nicht an Versammlungen, Veranstaltungen und Gruppierungen des NS teilgenommen und stets den Hitlergruß verweigert.

– Motive des Widerstands der Gruppe (warum widersetzten sie sich und was war ihr Ziel?)

Elser wollte den Nationalsozialismus und den Krieg aufhalten, weil er verhindern wollte, dass noch mehr Blut für eine falsche Sache vergossen wird und weil er die Lebensbedingungen der Arbeiterschaft verbessern wollte.

– Kurze Vorstellung einzelner wichtiger Mitglieder

Georg Elser
geboren am 4. Januar 1903
Ältester von 5 Söhnen
ermordet im KZ Dachau am 9. April 1945
Schreinermeister aus Königsbronn, schweigsam aber gesellig
aktiv in kommunistischen Gruppen und der KPD (nie führend)
seit 1928 Mitglied im komm. Rotfrontkämpferbund
wählte bis 1933 die KPD

– Folgen des Widerstands und Auswirkungen auf die Gesellschaft damals und heute

– 8 Tote als Opfer des Anschlags
– 60 Verletzte
– seine Tat wurde in der NS-Propaganda als Angriff ausländischer Agenten umgedeutet
– Elser wurde bei der Flucht an der Grenze der Schweiz festgenommen und ins KZ Dachau deportiert, dort erschossen (Leichnam angeblich verbrannt)
– das Gedenken an Elser wird erst seit circa 30 Jahren gepflegt

Gruppe 2: Weiße Rose – ab Seite 42

– Herkunft: Ulm und München

– Aktionen des Widerstands der Gruppe

– Verteilung von Flugblättern
– Aufforderung der Bevölkerung zum passiven Widerstand gegen NS-Anhänger

– Fokus auf aktiven oder passiven Widerstand der Gruppe

aktiver Widerstand mit Aufforderung der Bevölkerung zum passiven Widerstand

– Motive des Widerstands der Gruppe (warum widersetzten sie sich und was war ihr Ziel?)

wollten geistige Unabhängigkeit bewahren und sich der totalen Vereinnahmung und Gleichschaltung durch den NS entziehen

Ziele: sofortiges Ende des Krieges und Sturz des NS-Regimes, wollten den Individualismus der Jugend beibehalten

– Kurze Vorstellung einzelner wichtiger Mitglieder

Hans Scholl:
studierte Medizin und wurde im Mai 1940 an der Front als Sanitäter eingesetzt, verbreitete zusammen mit Alexander Schmorell die ersten vier Flugblätter

Sophie Scholl:
musste 1942 vier Wochen lang Kriegshilfedienst leisten (mit 21 Jahren), wirkte bei der Herstellung des fünften Flugblatts mit

Alexander Schmorell:
führte Christoph Probst in den Freundeskreis um Hans Scholl ein, nahm an den nächtlichen Aktionen im Februar 1943 teil

– Folgen des Widerstands und Auswirkungen auf die Gesellschaft damals und heute

Durch den Widerstand der Weißen Rose erkannten mehr und mehr Deutsche die wirkliche Lage des Landes nach der Niederlage in Stalingrad erkannt. Trotz Festnahme durch die Gestapo und die Beschlagnahme der Flugblätter gelangte ein Flugblatt nach England. Die englische Luftwaffe vervielfältigte es und warf Millionen Kopien über Deutschland ab.
Auch nach ihrer Festnahme blieb Sophie Scholl in den berühmten Verhören der Gestapo standhaft und vertrat ihre pluralistisch-freiheitlichen Ideen im Angesicht des Todes.

Gruppe 3: Kreisauer Kreis und das Stauffenberg-Attentat – ab Seite 52

Das Attentat auf Hitler ereignete sich am 20. Juli 1944, es wurde zum Höhepunkt des militärischen Widerstands.

– Herkunft und Name:

– Gruppe traf sich auf Gütern von Kreisau (heute Polen)
– haben den Namen von ihren Verfolgern (Gestapo) erhalten

– Aktionen des Widerstands der Gruppe

Stauffenberg schmuggelt eine Bombe in eine Aktentasche im „Führerhauptquartier“ in der „Wolfsschanze“ und stellt sie in dessen Nähe unter einen massiven Eichentisch. Wenige Minuten später explodiert die Bombe. Aufgrund der enormen Hitze an diesem Tag waren Hitler und seine militärischen Berater von dem massiven Bunker in eine Holzbaracke umgezogen. Im Glauben Hitler sei tot, wurde nach dem Attentat die „Operation Walküre“ ausgelöst, die in Berlin zu einer Regierungsübernahme des Kreisauer Kreises und der Widerstandskämpfer in der Wehrmacht führen sollte. Stauffenberg reiste sofort nach Berlin um die Übernahme der Regierung durch General Beck zu gewährleisten. Hitlers Überleben wurde allerdings schnell im Reich publik gemacht, so dass der Widerstand zusammenbrach. Die Widerstandskämpfer wurden in den folgenden Tagen ohne Gerichtsprozess erschossen.

– Fokus auf aktiven oder passiven Widerstand der Gruppe

Der Fokus der Gruppe lag zunächst im Aufbau passiven Widerstand und im Aufbau eines geheimen Kommunikationssystems von unzufriedenen Militärs und Politikern unter der Führung von Goerdeler. Durch Stauffenberg und andere entwickelte die Gruppe einen Fokus auf aktiven Widerstand mit Ziel eines Staatsstreichs und der sofortigen Beendigung des Krieges.

– Motive des Widerstands der Gruppe (warum widersetzten sie sich und was war ihr Ziel?)

– Deutschland sollte von der nationalsozialistischen Diktatur befreit werden
– neue politische Handlungsmöglichkeiten – allerdings keine pluralistisch-demokratische Zielsetzung!
– Wille dazu die NS-Gewalt zu beenden, da sie schädlich war für die Wohlfahrt Deutschlands
– Wiederherstellung des Rechtsstaats
– Judenverfolgung beenden, Bestrafung der Massenmörder
– „Wiederherstellung der vollkommenen Majestät des Rechts“
– christliche Maßstäbe und Werte als Konsens
– Menschenwürde als Grundlage, Gewissensfreiheit, innerer und äußerer Frieden als Ziele

– Kurze Vorstellung einzelner wichtiger Mitglieder

Am Attentat direkt beteiligt:
– Claus Schenk Graf von Stauffenberg (15.11.1907 in Jettingen)
– Werner von Haeften
– Olbricht
– Oberleutnant Rießler
– Henning von Treschow

Ursprüngliche Gründer:
– Helmut James Graf
– Peter Graf Yorck
– Alex Freiherr von dem Busche
– Karl Goerdeler

– Folgen des Widerstands und Auswirkungen auf die Gesellschaft damals und heute

Die Hauptorganisatoren des Attentats wurden erschossen. Die Bevölkerung wurde aufgeschreckt und an die Existenz von breitem Widerstand gegen den NS erinnert. Allerdings konnte die NS-Propaganda das Attentat erfolreich als Mordversuch einiger weniger Verräter umdeuten. Der NS-Terror erreichte nach dem Attentat einen neuen Höhepunkt in Deutschland. Gegen die Familien der Widerstandskämpfer befahl Hitler die „Sippenhaft“, auch Mitwisser wie Feldmarschall Erwin Rommel wurden zum Selbstmord gezwungen, um ihre Familien zu schützen.

Gruppe 4: Rote Kapelle – ab Seite 38

– Herkunft und Geschichte

– 1930 Beginn mit Diskussionsrunden
– viele Frauen schließen sich an
– Mitglieder gehören verschiedenen Schichten an (auch Kommunisten), geeint durch den Hass auf den NS
– Gestapo konnte die Gruppe nicht finden, da sie sehr dezentral organisiert war
– zunächst Abhören und Entschlüsseln von sowjetischen Funksprüchen

Der Name „Rote Kapelle“ ist keine offizielle Bezeichnung für die Widerstandsgruppe. Als es der Gestapo gelang 130 Mitglieder der Gruppe festzunehmen, wurde sie aus Propaganda-Zwecken „Rote Kapelle“ genannt, um sie als kleine kommunistische Zelle zu diffamieren, die von der Sowjetunion gesteurt sein sollte.

– Aktionen des Widerstands der Gruppe

– Diskussionsrunden gegen den NS
– Verbindungen mit anderen Widerstandsgruppen
– Verteilung von Flugblättern
– Hilfe für Verfolgte und Zwangsarbeiter
– Warnung an sowjetische Botschafter vor Überfällen der SS
– Dokumentation der Verbrechen des NS

– Fokus auf aktiven oder passiven Widerstand der Gruppe

Die Widerstandsgruppe begann als Gruppe des passiven Widerstands und als Medium der Kommunikation zwischen Andersgesinnten. Mit wachsendem Widerstand wurden auch aktive Methoden, wie die aktive Hilfe Verfolgter, eingesetzt (höchst gefährlich).

– Motive des Widerstands der Gruppe (warum widersetzten sie sich und was war ihr Ziel?)

Die Mitglieder hatten verschiedene politische Ansichten und Motive für ihren Widerstand, jedoch einte sie die Ablehnung der NS-Ideologie und der NS-Verbrechen.

– Kurze Vorstellung einzelner wichtiger Mitglieder

Arvid Harnack

– geboren 1901
– baut Schulungszirkel in der Sowjetunion auf, Auseinandersetzung mit dem NS
– bereitete sich auf den Sturz des NS-Regimes vor
– am 7.9.1942 festgenommen
– am 22.12.1942 erhängt
– wurde von seiner Frau aktiv im Widerstand unterstützt

Harro Schulze-Boysen

– geboren 1909
– Zeitschrift „Gegner“ publiziert, später verboten
– half Harnack, die Sowjetunion vor dem Angriff im Juni 1941 zu warnen
– sammelte neue Mitstreiter, die ihm bei Aktionen halfen
– am 19.12.1942 festgenommen
– am 22.12.1942 erhängt

– Folgen des Widerstands und Auswirkungen auf die Gesellschaft damals und heute

heute:
– die Dokumentationen der NS-Verbrechen durch die Gruppe sind heute Grundlage für die Beweisführung von NS-Verbrechen
– die Existenz der Gruppe beweist, dass es in der Bevölkerung einerseits ein Wissen über die NS-Verbrechen gab und andererseits eine gewisse, leider zu geringe Bereitschaft zum Widerstand in manchen Kreisen

damals:
– konnten vor allem der Sowjetunion wichtige Informationen zukommen lassen
– konnten durch Zusammenschließungen größeren Widerstand mit mehr Aktionen durchführen

Gruppe 5: Widerstand der Jugend und die Edelweißpiraten – ab Seite 46

– Herkunft

Zusammensetzung aus jungen KOmmunisten, Sozialdemokraten, Christen und jüdischen Jugendlichen

– Aktionen des Widerstands der Gruppe

passiv: Hören verbotener Radiosender, wehrten sich gegen einen Beitritt in die Hitlerjugend

aktiv:
Verteilung von Flugblättern gegen den NS
Verstecken von Zwangsarbeitern
Vorbereitung von Widerstandsaktionen
Verteilung von illegalen Schriften und Büchern
Verbreitung von Wandparolen gegen den NS
Aktive Auseinandersetzungen gegen die Hitlerjugend

– Fokus auf aktiven oder passiven Widerstand der Gruppe

Der aktive Widerstand überwog deutlich, allerdings wurde er selten gewalttätig durchgeführt.

– Motive des Widerstands der Gruppe (warum widersetzten sie sich und was war ihr Ziel?)

Individualismus für Jugendliche, wollten freies und unbestimmtes Leben, wollten die Brutalität des NS beenden und Aufklärung leisten

– Kurze Vorstellung einzelner wichtiger Mitglieder

Gertrud Koch
Vater war Kommunist, wurde im KZ ermordet. Sie war vor 1933 Mitglied der Kommunistischen Roten Jugendpionieren, verweigerte den Beitritt zum „Bund Deutscher Mädel“ (BDM), 1942-43 im Gefängnis, danach ohne Angaben von Gründen entlassen

Heinz „Coco“ Schuhmann
Mutter war Jüdin, Vater nahm jüdischen Glauben an, 1938 wurde sie zur Zwangsarbeit herangezogen, von 1944-45 im KZ, überlebte den Todesmarsch und wurde später befreit. Nach 1945 berühmter Musiker in Deutschland.

Walter Klingenbeck
hörte mit seinem Vater Radio Vatikan, was seine regimekritische Sichtweise verstärkte, wurde 1942 festgenommen, nahm die komplette „Schuld“ auf sich und wurde 1943 enthauptet

– Folgen des Widerstands und Auswirkungen auf die Gesellschaft damals und heute

damals:
mehrere Mitglieder wurden verhaftet und ins KZ gebracht
Widerstand der Jugend traf die NS-Führung, da die Jugend im NS im Sinne der NS-Ideologie erzogen und zur Grundlage der Umsetzung der Rassenideologie werden sollte. Der Widerstand der Jugend gefährdete somit die Substanz des Nationalsozialismus, allerdings konnte er sich nicht durchsetzen.

heute:
Widerstandskämpfer haben eine Vorbildfunktion für die Jugend von heute, da sie aktiv und mutig für pluralistisch-freiheitliche Ideale einstanden, auch in schwierigsten Zeiten!

Gruppe 6: Widerstand aus christlichem Glauben – ab Seite 14 und ab Seite 32

Informationen folgen in Kürze (sobald das Sicherungsblatt abgegeben wurde)

– Aktionen des Widerstands der Gruppe

– Fokus auf aktiven oder passiven Widerstand der Gruppe

– Motive des Widerstands der Gruppe (warum widersetzten sie sich und was war ihr Ziel?)

– Kurze Vorstellung einzelner wichtiger Mitglieder

– Folgen des Widerstands und Auswirkungen auf die Gesellschaft damals und heute

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