Kursstufe: Demokratisierung und territoriale Erschließung des Westens

Kursstufe: Demokratisierung und territoriale Erschließung des Westens

Leitfrage: Wie gelang den Vereinigten Staaten die erfolgreiche Expansion in Nordamerika?

Ehemalige 13 Kolonien:

– einheitliches Wirtschaftssystem und Infrastruktur aufbauen
– Oberschicht mit wirtschaftlich und politisch einflussreichen Bankiers, Großkaufleuten
und Großgrundbesitzern
– Zensuswahlrecht => Einkommen bestimmt Anzahl der Stimmen
– politische Unabhängigkeit von Europa seit 1783 (Frieden von Paris)

Neue Staaten zwischen Appalachen und Mississippi:

– neun neue Staaten
– traten zwischen 1790 und 1821 bei
– Anschauung von Gleichheit und Demokratie
– weniger soziale Unterschiede (Siedlergesellschaft)
– keine Oberschicht
– Pioniergeist der Frontierbewegung
– Werte: individuelle Freiheit, Selbstbehauptung, Durchsetzungsvermögen
– männliche, weiße Männer haben aktives/passives Wahlrecht
– politisches Mitbestimmungsrecht nicht durch Zensuswahlrecht an Eigentum gebunden

Manifest Destiny und American Dream:

– Manifest Destiny: nationale Bestimmung, Amerikas Kontinent bis zur Pazifikküste zu
erschließen und zu besiedeln
– zivilisatorisches Sendungsbewusstsein, dem der puritanische Auserwähltheitsglaube zugrunde liegt
– Glaubens- und Religionsfreiheit, wirtschaftliche und politische Freiheit als Werte
– langfristige Überzeugung von der zivilisatorischen Überlegenheit der USA
– American Dream: Leben, Freiheit, Streben nach Glück -> Überzeugung, dass jeder in
den USA durch harte Arbeit und Mut die Möglichkeit hat, sein persönliches Glück und
privaten Wohlstand zu erringen

Amerikanische Außenpolitik zwischen 1923 und 1848:

– 1823 Monroe-Doktrin (Isolationismus):
=> USA halten sich aus europäischen Konflikten heraus, dafür halten sich die europ.
Mächte aus dem Interessensgebiet der USA heraus: Lateinamerika, Pazifikraum, Ostasien
– 1845/48 Annexion von Texas gegen Mexiko
– 1848 Annexion von Oregon gegen Großbritannien

Motoren der Expansion nach Westen:

Sendungsbewusstsein des Manifest Destiny
Pioniergeist der Frontierbewegung
Ständiger Zuzug von Einwanderern aus aller Welt
Industrialisierung und technologischer Fortschritt (Eisenbahn)

Verhältnis zu den Ureinwohnern 1790 – 1830:

– zunächst Anerkennung als selbstständige Nation
– Beziehungen waren vertraglich geregelt
– Ziel der Christianisierung der „Wilden“
– Ziel der Eingliederung als Bauern
=> beide Ziele scheiterten am Zustrom weißer Siedler, die die Ureinwohner als
unliebsame Konkurrenz sahen

=> unlösbares Paradoxon der amerikanischen Besiedlung Nordamerikas:
– Indianer lebten mit der Natur und im Einklang mit der Natur
– Siedler lebten auf Kosten der Natur und verdrängten sie (Büffelherden, Wälder, etc)

Umgang mit Ureinwohnern 1830 – 1886:

– Erschließung der regenarmen Präriegebiete zwischen Mississippi und Rocky Mountains
auf Grund von technologischen Neuerungen möglich
– „Umsiedlung“ der Cherokees aus Georgia und anderer Indianerstämme westwärts über
den Mississippi ab 1830 im Zuge des „Indian Removal Acts“
– Bau einer transkontinentalen Eisenbahn 1869
=> Vernichtung der Prärierindianer durch die systematische Vernichtung der Büffelherden
als Lebensgrundlage der Ureinwohner / keine systematische Vernichtung, aber gezielte
Vertreibung der Urbevölkerung
– Beginn von Vernichtungsfeldzügen der US Army, da die Indianer als kulturlos und
damit nicht integrierbar galten

Umgang mit den Ureinwohnern 1886 – 1890

– Zusammentreibung und Abschiebung der Indianer in Reservaten (z.B. Washington State) ab 1886
=> Verarmung und Vernachlässigung durch die Regierung
– Massaker am „Wounded Knee“ (1890) durch Weiße -> ca. 300 Tote unter den Sioux und Lakota

Situation der Ureinwohner ab 1924:

– erst jetzt Anerkennung der amerikanischen Staatsbürgerschaft für Indianer
– keine Wahlbüros in den Reservaten, damit keine Möglichkeit das Wahlrecht wahrzunehmen
– weiter Isolation, Armut und Entrechtung der Indianer in den Reservaten (bis heute)

Weitere Eckdaten:

1607: Jamestown-Siedlung
1770: Boston Massaker
1773: Boston Tea Party
1776: Unabhängigkeitserklärung
1783: Ende des Unabhängigkeitskriegs
1789: Bill of Rights
1803: Louisiana Purchase
1823: Monroe-Doktrin
1861-1865: Amerikanischer Bürgerkrieg

Fazit:

Die weißen Amerikaner konnten Nordamerika bis zur Pazifikküste erschließen, da sie
die Ureinwohner, die große Teile des restlichen Landes bewohnten, rücksichtslos und
systematisch verdrängten. Dies gelang ihnen unter anderem durch ihre Überlegenheit
aus dem technologischen Fortschritt (Waffentechnologie, Eisenbahn, Industrie). Des
weiteren war der Freiheitsdrang, den schon die ersten Siedler in Jamestown 1607
kannten, ein Grund für den Expansionsdrang nach Westen. Er resultierte im
Sendungsbewusstsein des Manifest Destiny und im Pioniergeist der Frontierbewegung,
die die Siedlungsbewegung beständig westwärts trieben. Ein entscheidender
Punkt war der beständige Zuzug von Siedlern aus aller Welt, für die man Siedlungsraum,
Ressourcen und Arbeit benötigte.

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