Der Versailler Friedensvertrag

Interessen Frankreichs und der USA nach dem Ersten Weltkrieg:

Frankreich wollte Deutschland soweit wie möglich geschwächt sehen, damit es nie wieder von Deutschland angegriffen werden konnte.

Die USA wollten die Mächte auf dem europäischen Kontinent möglichst stabil halten, als Gegengewicht zur kommunistischen Sowjetunion. Auch sollte ein weiteres Eingreifen in einen neuen europäischen Krieg vermieden werden.

Bestimmungen des Versailler Vertrags:

(Deutschland war nicht an den Vertragsbestimmungen beteiligt)

Zuweisung der alleinigen Kriegsschuld an Deutschland

Gebietsabtrennungen -> verlorene Rohstoffvorkommen, wichtige Anbauflächen und Industriestandorte wurden verloren

Verzicht auf alle Kolonien

Verkleinerung der Reichswehr auf nur 100.000 Mann, Verkleinerung der Marine

Abtretung zahlreicher Realgüter an die Siegermächte, vor allem Schiffe und Industriegeräte

Zahlung von Reparationen

Die Dolchstoßlegende

Die Dolchstoßlegende besagte, dass der Krieg nicht an der Front verloren gegangen sei, sondern durch Demokraten und Kommunisten, die hinter dem Rücken der Soldaten den Krieg verloren gaben indem sie die Republik ausriefen und Frieden schlossen („Schandfrieden von Versailles“).

Demokraten und Kommunisten wurde so die Schuld an der schwierigen Lage Deutschlands nach dem Krieg und an der Niederlage im Ersten Weltkrieg zugeschoben. Urheber der Legende waren wohl hohe Offiziere der Reichswehr, wahrscheinlich unter Mithilfe Hindenburgs.

Stufen der Reparationszahlungen (vereinfacht)

Zunächst genauer Umfang der Reparationszahlungen unklar

1924 entwickelte der amerikanische Bankier Charles Dawes einen Plan, in dem er festlegte, aus welchen Einnahmen des Staates die Zahlungen erfolgen sollten. So konnte eine relativ genaue Zahl festgelegt werden.

1929 wurde der Young-Plan entwickelt (Owen Young), der eine Zahlung in Raten über einen Zeitraum von 59 Jahren festlegte. Das seit 1923 besetzte Rheinland konnte durch den Plan geräumt werden.

1932 wurden die Reparationszahlungen wegen wirtschaftlicher Probleme Deutschlands gegen eine einmalige Zahlung eingestellt.

1933 wurde die einmalige Zahlung durch das Kabinett Hitler abgelehnt und erfolgte dadurch nie.

Diplomatische Mittel der Beteiligung Deutschlands an der Außenpolitik

1922 Vereinbarung mit der Sowjetunion sich gegenseitig wirtschaftlich zu unterstützen (Vertrag von Rapallo)

1925 Vertrag von Locarno: Belgien, Frankreich und Deutschland garantierten die Unverletzlichkeit der deutschen Westgrenze.

Deutschland verzichtete so endgültig auf Elsass-Lothringen und verpflichtete sich auch die polnische Grenze nicht gewaltsam zu verändern

1926 Deutschland wurde in den Völkerbund aufgenommen und konnte so die außenpolitische Ausgrenzung und Isolation überwinden (Außenpolitik Gustav Stresemanns, DVP)

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2 Antworten zu Der Versailler Friedensvertrag

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