Histoproblog

Der Aufstieg Caesars und seine Ermordung (6. Klasse)

Verfasst von

in

Sein Name lebt bis heute weiter: Aus „Caesar“ wurden die Wörter „Kaiser“ und „Zar“, und der Monat Juli ist nach ihm benannt. Gaius Julius Caesar war einer der berühmtesten Römer überhaupt. Er war ein erfolgreicher Feldherr, ein geschickter Politiker und ein begabter Schriftsteller. Doch sein Streben nach Macht kostete ihn am Ende das Leben. Wie wurde Caesar so mächtig, und warum wurde er ermordet?

Rom zur Zeit Caesars

Rom war zu dieser Zeit eine Republik. Das bedeutet: Es gab keinen König. Regiert wurde Rom vom Senat, einer Versammlung reicher und angesehener Männer, und von Beamten, die jedes Jahr neu gewählt wurden. Die wichtigsten Beamten waren die zwei Konsuln. Sie regierten immer nur ein Jahr lang und immer zu zweit, damit keiner zu mächtig wurde. Die Römer hatten nämlich große Angst davor, wieder von einem König beherrscht zu werden.

Im 1. Jahrhundert v. Chr. geriet die Republik jedoch in eine Krise. Erfolgreiche Feldherren hatten große Armeen, deren Soldaten ihnen treuer ergeben waren als dem Staat. Immer wieder kam es zu Machtkämpfen und sogar zu Bürgerkriegen.

Ein junger Mann aus altem Adel

Caesar wurde am 13. Juli 100 v. Chr. in Rom geboren. Seine Familie, die Julier, war sehr alt und adlig, aber nicht besonders reich. Caesar war ehrgeizig und mutig. Eine berühmte Geschichte erzählt, dass er als junger Mann von Seeräubern gefangen genommen wurde. Als sie ein Lösegeld forderten, lachte er und sagte, er sei viel mehr wert. Nach seiner Freilassung kehrte er mit Schiffen zurück, nahm die Piraten gefangen und ließ sie hinrichten – so, wie er es ihnen während der Gefangenschaft angekündigt hatte.

Caesar durchlief die typische Ämterlaufbahn eines Römers. Um beim Volk beliebt zu werden, veranstaltete er prächtige Spiele und Feste und lieh sich dafür riesige Summen Geld. 63 v. Chr. wurde er sogar oberster Priester Roms (Pontifex maximus).

Ein Bündnis zu dritt

60 v. Chr. schloss Caesar ein geheimes Bündnis mit zwei der mächtigsten Männer Roms: dem berühmten Feldherrn Pompeius und dem steinreichen Crassus. Man nennt dieses Bündnis das Erste Triumvirat („Dreimännerherrschaft“). Gemeinsam setzten sie durch, was sie wollten – oft gegen den Willen des Senats. Mit ihrer Hilfe wurde Caesar 59 v. Chr. Konsul.

Die Eroberung Galliens

Nach seinem Konsulat wurde Caesar Statthalter in Gallien. Von 58 bis 51 v. Chr. eroberte er in vielen Feldzügen das ganze Gebiet des heutigen Frankreichs und Belgiens. Er überquerte sogar zweimal den Rhein und setzte nach Britannien über. 52 v. Chr. vereinigten sich viele gallische Stämme unter Vercingetorix zu einem großen Aufstand. Caesar belagerte ihn in der Festung Alesia und zwang ihn zur Kapitulation. Die Kriege waren sehr grausam: Hunderttausende Gallier wurden getötet oder als Sklaven verkauft.

Über seine Feldzüge schrieb Caesar selbst ein Buch: „Der Gallische Krieg“ (De bello Gallico). Darin spricht er von sich selbst in der dritten Person, als wäre er ein neutraler Beobachter. In Wirklichkeit wollte er mit dem Buch zeigen, wie großartig er war. Es ist also eine wichtige Quelle, aber keine unparteiische.

„Der Würfel ist gefallen“

Durch die Eroberung Galliens war Caesar reich, berühmt und mächtig geworden – und er hatte eine Armee, die ihm treu ergeben war. Das machte ihm viele Feinde im Senat. Crassus war inzwischen gestorben, und Pompeius hatte sich auf die Seite des Senats gestellt. Der Senat befahl Caesar, sein Heer aufzulösen und nach Rom zurückzukehren. Caesar wusste: Ohne seine Soldaten würde man ihn vor Gericht stellen.

Im Januar 49 v. Chr. überschritt er mit seinen Truppen den kleinen Grenzfluss Rubikon nach Italien. Das war verboten und bedeutete Krieg. Dabei soll er gesagt haben: „Alea iacta est“ – „Der Würfel ist gefallen.“ Noch heute sagt man „den Rubikon überschreiten“, wenn jemand eine Entscheidung trifft, die man nicht mehr rückgängig machen kann.

Alleinherrscher über Rom

Im folgenden Bürgerkrieg besiegte Caesar Pompeius 48 v. Chr. bei Pharsalos in Griechenland. Pompeius floh nach Ägypten und wurde dort ermordet. In Ägypten lernte Caesar die junge Königin Kleopatra kennen und half ihr, den Thron zu sichern. Nach einem schnellen Sieg in Kleinasien meldete er nach Rom: „Veni, vidi, vici“ – „Ich kam, ich sah, ich siegte.“ Bis 45 v. Chr. hatte er alle Gegner besiegt.

Nun war Caesar der mächtigste Mann der römischen Welt. Er führte viele Reformen durch, zum Beispiel einen neuen Kalender mit 365 Tagen und einem Schalttag alle vier Jahre – den Julianischen Kalender, der fast unserem heutigen entspricht. Im Februar 44 v. Chr. ließ er sich zum Diktator auf Lebenszeit ernennen. Er saß auf einem goldenen Stuhl, trug purpurne Kleidung, und sein Bild erschien auf Münzen. Viele Senatoren fürchteten, dass er sich bald zum König machen würde.

Die Iden des März

Rund 60 Senatoren verschworen sich gegen Caesar. Ihre Anführer waren Marcus Brutus und Gaius Cassius. Brutus war ein enger Vertrauter Caesars. Die Verschwörer sahen sich als Retter der Republik. Am 15. März 44 v. Chr., den sogenannten „Iden des März“, versammelte sich der Senat in einem Saal beim Theater des Pompeius. Obwohl seine Frau Calpurnia schlecht geträumt hatte und ein Wahrsager ihn gewarnt haben soll, ging Caesar hin.

Kaum hatte er sich gesetzt, umringten ihn die Verschwörer und stachen mit Dolchen auf ihn ein. Caesar erhielt 23 Stiche und starb am Fuß einer Statue seines alten Gegners Pompeius. Der Überlieferung nach soll er zu Brutus gesagt haben: „Auch du, mein Sohn?“ Ob er das wirklich gesagt hat, wissen wir nicht – der Satz wurde erst viel später aufgeschrieben.

Was geschah danach?

Die Verschwörer hatten gehofft, die Republik zu retten. Doch das Gegenteil geschah. Das Volk von Rom trauerte um Caesar, und es begann ein neuer Bürgerkrieg. Am Ende setzte sich Caesars Großneffe und Adoptivsohn Octavian durch. Er wurde unter dem Namen Augustus der erste römische Kaiser. Die Republik war damit endgültig vorbei.

Merke

  • 100 v. Chr.: Geburt Caesars
  • 60 v. Chr.: Erstes Triumvirat mit Pompeius und Crassus
  • 58–51 v. Chr.: Eroberung Galliens
  • 49 v. Chr.: Überschreitung des Rubikon, Beginn des Bürgerkriegs
  • 15. März 44 v. Chr.: Ermordung Caesars

Aufgaben

  1. Erkläre, warum die Römer Angst davor hatten, dass ein Einzelner zu mächtig wird.
  2. Nenne drei Schritte, mit denen Caesar seine Macht vergrößerte.
  3. Schreibe einen kurzen Zeitungsbericht über die Iden des März 44 v. Chr.
  4. Diskutiert in der Klasse: Waren die Mörder Caesars Verräter oder Retter der Republik?

Quellen