Der Aufstieg Caesars und seiner Ermordung (6. Klasse)

Der Aufstieg Caesars und seiner Ermordung im Jahre 44. v. Chr.

Leitfrage: Warum wurde Caesar ermordet?

Der Aufstieg Caesars zur Alleinherrschaft in Rom

100 v. Chr. Gaius Julius Caesar wird in eine reiche, angesehene Patrizierfamilie (römischer Hochadel) geboren.
Er strebt schon bald nach Macht und Einfluss und will dies erreichen, indem er das einfache Volk (Populus / Proletariat) als
Anhänger gewinnt. Bereits in seinem ersten Amt als Quästor fühlte er sich den Popularen zugehörig (Patrizier, die ihre Machtbasis
im einfachen Volk suchen).

Im Jahr 65 v. Chr. wird Caesar Ädil und gibt viel Geld für aufwändige Spiele aus.
In der Folge hat er hohe Schilden, aber er gewinnt auch Ansehen bei den armen Römern (Proletariern).

Im Jahre 62 v. Chr. wird Caesar Prätor und verwaltet anschließend eine Provinz in Spanien.

Im Jahre 60 v. Chr. Caesar bildet ein geheimes Bündnis (Triumvirat) mit Crassus (Geld) und Pompeius (Macht).
-> Eine solche Einrichtung war in der Verfassung der römischen Republik nicht vorgesehen.
-> Folgen: durch gegenseitige Unterstützung setzen die drei Männer ihre persönlichen Interessen durch und bestimmten
die römische Republik, die Macht des Senats wird stark eingeschränkt.

59 v. Chr.: Caesar wird Konsul und auch in diesem Amt betreibt er Politik zugunsten der armen Römer: Er setzt sich besonders ein
für die Ackergesetze zur Versorgung der Soldaten. Folgen: er hat nun einen starken Rückhalt im Militär.

58 – 51 v. Chr.: Caesar wird Feldherr / Statthalter in Gallien
Unter seinem Oberbefehl stoßen römische Soldaten immer weiter nach Norden vor und erobern ganz Gallien.
=> Folgen: noch mehr Rückhalt im Militär, Feldherrenruhm sowie reiche Beute und Sklaven für Rom

49 – 45 v. Chr.: Das Überschreiten des Grenzflusses Rubicon (Rechtsbruch!) löst einen Bürgerkrieg zwischen den Römern aus,
aus dem Caesar als Sieger hervorgeht.

Caesar wird Diktator zunächst für zehn Jahre.
44. v. Chr. dann Diktator auf Lebenszeit

Folge: Caesar ist der alleinige Herrscher Roms.
Er vereint eine Vielzahl an Ämtern auf sich und sichert sich somit den Oberbefehl über die Truppen und Verfügung über die Staatskasse.

Der römische Geschichtsschreiber Sueton (ca. 70-140 n. Chr.) urteilte über Caesar, er habe seine Macht missbraucht und sei zu Recht
ermordet worden.

Folgende Gründe für sein Urteil nennt er in „Caesar 76-79“:

– er nahm übertriebene Ehren an, wie die ständige Wahl zum Konsul, die Diktatur auf Lebenszeit, den Titel „Vater des Vaterlandes“,
ein Standbild neben dem der Könige und einen erhöhten Ehrensitz am Theater
– weitere Ehren, die über das menschliche Maß hinausgingen: goldenen Sessel im Rathaus und im Gericht, die Benennung des Monats „Juli“
nach seinem Namen, usw.
– er vergab nach Belieben Ämter an Günstlinge
– er verunglimpfte in der Öffentlichkeit die Republik als „ein Nichts“
– er kündigte an, dass von nun an sein Wort Gesetz sei, nicht mehr die Gesetze der Republik

Warum musste Caesar also sterben?

Caesar hatte die Schwachstelle der römischen Verfassung gefunden, die Polybios noch als „unüberwindlich“ gefeiert hatte.
Ihm war klar, dass er als Konsul die Macht Roms an sich reißen könnte, wenn er die Gunst des einfachen armen Volkes gewinnen
würde. In dem Moment als Caesar in seinem „cursus honorum“ aufsteigt, ist die römische Republik schwach und von Unruhen
geplagt. Die Menge sucht die Führung eines starken Mannes.

Caesar gelingt es, sich als starker Mann zu präsentieren, indem er:
– das Volk als Ädil mit großartigen Spielen begeistert und Getreide kostenlos unter den Armen verteilen lässt.
(panem et circenses)
– als Feldherr Ruhm und Ehre gewinnt, indem er ganz Gallien in kurzer Zeit erobert und ein Buch darüber veröffentlich (de bello gallico)
– mit den Ackergesetzen die Zuneigung der römischen Soldaten gewinnt, da diese nun als Belohnung für ihre Treue Land erhalten
– mit Crassus (Geld für Bestechungen) und Pompeius (Macht durch Klienten) in einem geheimen Bündnis (Triumvirat) die Macht
des Senats einschränkt
– ohne Schwierigkeiten seine Günstlinge im römischen Staat installiert und damit die Republik kontrolliert.

FOLGE: Der Senat hat seine bestimmende Stellung an Caesar verloren und kann gegen seine Macht nun nicht mehr tun.
In der Politik kontrollieren seine Günstlinge alle wichtigen Posten.
In der Öffentlichkeit wird Caesar als Held (fast als Gott) verehrt und geschützt.
Im Feld und in Italien wird er von seiner Armee und von Veteranen verteidigt, die ihm bedingungslos ergeben sind.

=> Im Grunde bleibt dem Senat zur Wiedererlangung seiner Macht nur eine Möglichkeit. Durch eine List locken 60 Verschwörer den Diktator
in den Senatssaal und umringen ihn. Er wird mit 23 Messerstichen ermordet, auch durch seinen Adoptivsohn Brutus und der verschlagene Cassius.

Caesar wurde ermordet, weil er die Supremität (Vorherrschaft) des Senats in der römischen Republik abgeschafft hat und
sich selbst als Diktator auf Lebenszeit installiert hat. Die meisten Senatoren mussten ihn durch ein Attentat beiseite schaffen,
damit sie ihre vorherigen Machtpositionen wiedererlangen konnten.

Der Machtkampf um Rom war damit allerdings noch lange nicht vorbei. Die Erben Caesars, Marcus Antonius und Octavian kämpften bis 27 v. Chr.
um die Alleinherrschaft im Römischen Reich.

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3 Antworten zu Der Aufstieg Caesars und seiner Ermordung (6. Klasse)

  1. Pingback: Themenliste 6a Klassenarbeit Nr. 2 am 03.05.2018 (Pretz) | Histoproblog – Geschichte macht Schule

  2. vergenhans schreibt:

    Gibt es eine realistische Möglichkeit, in diesem Text zusätzlich zum Ausdruck „Patrizier“ den Begriff der Nobilität einzuführen? Nach den Ständekämpfen hat sich ja mit der Nobilität eine eigene Führungsschicht etabliert, die den alten Gegensatz Patrizier – Plebejer nicht mehr kennt. Popularen sind mithin nicht „Patrizier“.
    Bei der Verwendung des Begriffs „Verfassung“ sollte im Vorfeld geklärt sein, dass römische Potestas nicht auf einem legalem Verfassungskonstrukt basiert, sondern auf politischen Traditionen (einer politeia), die aus der Konsensherrschaft einer Gruppe (des Senats) resultieren.
    Großartig finde ich den Katalog von Übeltaten, die die „Arroganz“ des Alleinherrschers Caesars belegen. Danke.

    • batumammut schreibt:

      Lieber Herr Lembke,
      vielen Dank für Ihren Kommentar!
      Sie haben natürlich Recht, dass der Begriff „Patrizier“ hier nicht mehr zutrifft.
      In der Unterrichtssituation einer sechsten Klasse mit 11jährigen Schüler/innen ist
      es ist nach dem Sinn der didaktischen Reduktion meist sinnvoll, bei diesem Begriff zu bleiben.
      Deshalb würde ich den Begriff „Nobilität“ an dieser Stelle höchstens in Klammern nachfügen,
      damit meine Lerngruppe nicht verwirrt wird (auch wenn es damit ungenauer wird).

      Meiner Erfahrung nach konnten Kinder den Begriff der Nobilität nicht erfolgreich einordnen, während
      die von Ihnen vorgeschlagene Unterscheidung in der 10. Klasse dann umgesetzt werden kann.

      Die römische Verfassung wurde in einer vorigen Stunde untersucht, wobei der Unterschied zu
      späteren legalen Verfassungskonstrukten angesprochen wurde.

      Ich darf noch darauf verweisen, dass die aktuellen Schulbücher von 2016 bezüglich der römischen Geschichte noch vereinfachernder sind, als meine Ausführungen an dieser Stelle.

      Viele Grüße und danke für das Feedback,
      Manfred Pretz

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