Stammt der Mensch vom Affen ab? (Vorzeit des Menschen)

Die Meinung hält sich bei Schülern und Erwachsenen gleichermaßen hartnäckig: Der Mensch soll angeblich vom Affen abstammen. Sind wir tatsächlich „Weiterentwicklungen“ der Menschenaffen, wie z.B. Gorillas und Orang-Utans? Das wäre interessant, gibt es doch so viele entscheidende Unterschiede zwischen Menschen und Menschenaffen:

Größte Unterschiede zwischen Menschen und Menschenaffen:

– Affen können nicht sprechen (Sprache)
– Menschen gehen aufrecht (Aufrechter Gang)
– Menschen stellen Kleidung her und tragen sie, um sich zu schützen (Kleidung)
– Menschen haben ein deutlich größeres Gehirn (größeres Gehirn)
– Menschen stellen Werkzeuge und Waffen her und setzen sie ein, um ihr Leben zu verbessern (Werkzeuge/Waffen)

Den Jetztmenschen nennt man auch Homo sapiens sapiens („der wissende Mensch“). Doch dieser Jetztmensch ist mit seinem jetzigen Aussehen und seiner jetzigen Gehirngröße erst seit étwa 100.000 Jahren auf der Erde. Sein frühester Vorfahre ist der „Dryopithecus“, ein felliges Geschöpf, das auf Bäumen lebte und gut klettern und springen konnte. Diese Art lebte vor etwa 20 Millionen Jahren auf der Erde und veränderte sich nur sehr langsam. Die Motorik seiner Hände ermöglichte es ihm besonders gut zu greifen und klettern.

Aus ihm entstanden vor etwa 10 Millionen Jahren zwei weitere Arten: Der Ramaphitecus, ein sehr affenähnliches Geschöpf und den Australophitecus, auch Vormensch genannt. Aus diesen beiden Arten entwickelten sich im Laufe der Evolution in den folgenden 10 Millionen Jahren einerseits mehrere Menschenaffenarten und andererseits der Mensch, der immer mehr zum aufrechten Gang überging und auf die Veränderungen der Temperatur und der Gefahren mit einer steten Vergrößerung seines Gehirns reagierte (natürlich unbewusst). Der Vormensch (homo habilis) begann um 3 Millionen vor unserer Zeit wohl zum ersten Mal mit der Nutzung von unbearbeiteten Steinen als Werkezeuge, während die Nachfahren des Ramapithecus diesem Entwicklungsschritt nicht nachfolgten.

Aus dem homo habilis entwickelten sich 2 Millionen Jahre vor unserer Zeit die Frühmenschen (homo erectus und homo ergaster), mit deren Erscheinen wir die Altsteinzeit beginnen. Diese Frühmenschen begannen mit der Herstellung von primitiven Steinwerkzeugen, was ihnen gegenüber ihrer Umwelt einen entscheidenden Vorteil brachte.

200.000 Jahre vor unserer Zeit hatten sich aus dem homo ergaster wohl zwei konkurrierende Arten entwickelt, die man als homo neanderthalensis und homo sapiens unterscheidet. Die Neanderthaler waren mit ihrer muskulöseren Statur und dem dichteren Fell zwar gegen die kalten Temperaturen der Eiszeit besser geschützt. Sein kleineres Gehirn machte ihn aber bei den wärmer werdenden Temperaturen um 100.000 vor unserer Zeit dem Jetztmenschen unterlegen. Warum genau die Neandethaler ausstarben, ist in der Forschung allerdings noch nicht abschließend geklärt. Klar ist nur, dass sich der Jetztmensch schließlich als einzige Menschenart durchsetzte und ab 10.000 v. Chr. mit der Erfindung von Ackerbau und Viehzucht sowie wenige tausend Jahre später mit der Erfindung der Schmiedekunst entscheidende Schritte zum Aufbau von Hochkulturen erreichte.

Wir sehen also, dass Menschen und Menschenaffen die selben Vorfahren haben, den Dryophitecus, eine Art Baumaffen. Seit spätestens 10 Millionen Jahren sind Menschen und Menschenaffen allerdings unterschiedliche Wege in der Evolution gegangen, wobei der Mensch die entscheidenden Unterschiede (siehe oben) entwickelte, die ihn schließlich sogar zur dominierenden „Tierrasse“ der Welt gemacht hat.

Hier findest du noch mehr Informationen über den Dryopithecus und alle anderen behandelten Spezies:

https://histoproblog.org/2015/08/19/der-homo-sapiens-und-seine-vorfahren/

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