Die Jungsteinzeit (Neolithische Revolution)

Warum wurde der Mensch zwischen 10.000 und 7.000 v. Chr. sesshaft und entwickelte den Ackerbau?

Gegen Ende der letzten Eiszeit starben die an die eisigen Temperaturen angepassten riesigen Mammuts aus, da sie für die wärmeren Temperaturen zu groß waren und ein zu dickes Fell hatten. Auch die Jagd der Menschen auf diese Tiere könnte das Aussterben beschleunigt haben, dürfte aber sicher kein Hauptgrund gewesen sein. Der genaue Vorgang des Aussterbens ist für die Wissenschaft immer noch ein Rätsel.

Hier kannst Du Dich über das Aussterben der Mammuts genauer informieren:
http://www.scienceinschool.org/print/1833

In der Region um die Flüsse Euphrat und Tigris (heute Irak) sowie in Kleinasien (heute Türkei) begannen die Menschen zum ersten Mal sich gezielt an Flüssen und an Meeresufern aufzuhalten. Zunächst wurde noch gejagt, gefischt und man ernährte sich von Beeren sowie den damals schon erntbaren Wildgetreidesorten.

Den Menschen muss in dieser Region aufgefallen sein, dass die Körner von Wildgetreide, die möglichweise zurückgelassen wurden, an bestimmten Stellen und mit einer genügenden Menge an Regen im Frühling wieder sprießten. Als diese Erkenntnis dafür genutzt wurde, die Getreidekörner gezielt in fruchtbarem Boden anzupflanzen und das entstandene Getreide später zu ernten, war der Ackerbau „geboren“.

Die ersten Ackerbauern dürften schnell erkannt haben, dass der Ackerbau weniger anstrengend und gefährlich war als die Jagd. Auch war der Ertrag des Ackerbaus meist verlässlich, bei einer Jagd war der Erfolg oft nicht gegeben. Andere Stämme übernahmen diese neue Art der Nahrungsbeschaffung und trugen die Idee tiefer in die kälteren Regionen, bis nach Europa. Auch hier gedeihte das Getreide, wenn auch sicher nicht so gut wie im „fruchtbaren Halbmond“, der Ursprungsregion des Ackerbaus in Kleinasien.

Schon vor der Erfindung des Ackerbaus hatten die Menschen damit begonnen, Siedlungen mit Holzhäusern oder Lehmhütten zu errichten und sesshaft zu werden. Doch während vor dem Ackerbau diese Siedlungen immer wieder abgebrochen werden mussten, blieben die Menschen nun über Generationen an einem Siedlungsort: erste Dörfer und sogar kleine Städte entstanden.

Der Ackerbau und die Sesshaftigkeit veränderte den Lebensstil der Menschen vollkommen. Daher wird diese Veränderung sogar als „Neolithische Revolution“ bezeichnet (Neolithikum = Jungsteinzeit; Revolution = umfassende Umwälzung der bestehenden Lebens- und Gesellschaftssituation).

Hier die größten Unterschiede zur Altsteinzeit:

– Die Menschen lebten in Hütten, statt in Höhlen oder im Freien.
– Die Menschen rodeten Wälder, um mehr Platz für den Ackerbau zu gewinnen und um das Holz für Gebäude einzusetzen.

– Die Menschen zähmten wilde Tiere und setzten sie als Nutztiere ein. Hunde dürften als Hilfstiere für Schafshirten die ersten Haustiere der Menschen gewesen sein, Schweine, Pferde, Ziegen und Schafe dürften die ersten Nutztiere gewesen sein. Sie lieferten Fleisch, Milch, Wolle, Häute und wurden als Lasttiere eingesetzt.

– Die Menschen lebten jetzt von Ackerbau und Viehzucht. Das veränderte die Ernährung vollkommen. Statt hauptsächlich Fleisch und wilden Früchten, ernährte man sich nun von Brot, Käse, Milch, Speck und weiteren Getreideprodukten.

– Einige Forscher argumentieren nach ihrer Untersuchung von jungsteinzeitlichen Skeletten, dass durch diese kohlenhydratreiche Ernährung die Menschen nun etwas kleiner wurden und deutlich häufiger an Karies und Knochenschwächen litten.

– Die Menschen konnten durch die Verarbeitung von Schafswolle zu Stoffen und Tierhäuten zu Leder nun auch feinere Kleidung herstellen und tragen.

– Auch die Bewaffnung und das Werkzeug der Menschen wurden verbessert. Speere, Pfeile und andere Waffen wurden schärfer. Um 10.000 v. Chr. wurde wohl auch der Bogen erfunden, eine Waffe die die Jagd aber auch den Krieg gegen andere Menschen deutlich vereinfachte.

– Da man nun an einem Ort lebte, musste man sich an diesem Ort gegen wilde Tiere und feindlich gesinnte Menschen schützen. Dies geschah meist durch den Aufbau einer hölzernen Palisade rund um die Siedlung. Stabilere Steinmauern dürften in der Jungsteinzeit noch nicht errichtet worden sein.

=> In der Jungsteinzeit (Neolithikum) war Stein immer noch das wichtigste Material. Als die Menschen lernten aus Kupfer und Zinn Bronze zu schmelzen und dieses Material zu Werkzeugen, Schmuck und Waffen zu schmieden, erreichten die Menschen die Bronzezeit.

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2 Antworten zu Die Jungsteinzeit (Neolithische Revolution)

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