Der Dreißigjährige Krieg

Auslöser des Dreißigjährigen Krieges:
– Prager Fenstersturz (1618)
-> unter Führung zweiter Protestanten warfen Prager Bürger am 23. Mai 1618 zwei kaiserliche Statthalter und ihren Sekretär aus einem Fenster der Prager Burg (sie überlebten, weil sie auf einen Strohhaufen fielen)
-> In Böhmen wurde daraufhin der katholische König (der Habsburger Ferdinand II.) abgesetzt und ein protestantischer Adliger zum König erhoben (Friedrich V. von der Pfalz)

Ursachen des Dreißigjährigen Krieges:
– Protestanten und Katholiken wollten beide ihre Religion verbreiten
– Kaiser und Reichsfürsten konnten sich nicht auf eine Verständigung der Religionen im Reich einigen (z.B. keine Gleichberechtigung für den Protestantismus, Augsburger Religionsfrieden von 1555 war gescheitert)
– Militarisierung des Konflikts durch Gründung der Katholischen Liga und der Evangelischen Union
– Katholiken und Protestanten wollten den Fenstersturz zu ihrem Vorteil nutzen
– Machtstreben der europäischen Mächte

Ziele beider Seiten:
Katholische Seite:
– Auslöschung der Reformation und Rückführung der protestantischen Gebiete zum Katholizismus (Gegenreformation)
-> Aufgabe der Katholischen Liga
Protestantische Seite:
– Verteidigung der Reformation und Verbreitung des Glaubens in ganz Mitteleuropa
-> Aufgabe der Evangelischen Union

Konstellation des Dreißigjährigen Krieges:
Katholische Seite:
– Kaiser Karl V. (Habsburger)
– Papst (mit Kirchenstaat)
– Ferdinand II. (Habsburger)
– Spanien (unter habsburgischer Kontrolle)
– Feldherr Wallenstein mit Söldnerheer
– Bayern unter dem Anführer der Katholischen Liga, Maximilian
(mit seinem Feldherrn Tilly)

Protestantische Seite:
– Schweden und Dänemark
– Böhmen
– Sachsen
– Frankreich (obwohl katholisch)
– evangelische Fürsten

War der Dreißigjährige Krieg ein reiner Glaubenskrieg?
Nein, warum?
– Zunächst lagen die Ursachen zwar in den Problemen zwischen den Glaubensgemeinschaften
– Durch Eingreifen der ausländischen Mächte wurde der Krieg zu einem europäischen Machtkampf
-> v.a. Frankreich und Schweden wollten ihre Macht in Europa ausweiten
– Frankreich kämpfte als katholische Macht für die protestantische Seite, Glaubensfragen waren also nicht wichtig
– die blutigen Massacker und Schlachten widersprachen christlichen Glaubensprinzipien
– die den Krieg bestimmenden Söldner ignorierten Glaubenszugehörigkeiten und wechselten häufig die Seiten

Warum war der Dreißigjährige Krieg so ein brutaler Krieg, in dem die Bevölkerung des Reiches von 16 auf 10 Millionen sank?
– die eingesetzten Söldner waren brutale Krieger, denen lediglich der Sold wichtig war – sie verrohten zusehens und schlachteten immer häufiger ganze Dorfgemeinschaften ab
– „Der Krieg ernährt den Krieg“: Um die hohen Kosten für den Krieg und die Söldner bezahlen zu können, ordneten die Fürsten im Krieg immer häufiger Plünderungen an, mit der Beute wurden dann Soldaten und Söldner bezahlt. Die dadurch ausgeraubten Fürsten versuchten dies auszugleichen, in dem sie ihrerseits Ländereien plündern ließen, um damit ihre Heere bezahlen zu können -> Teufelskreis!
– Plünderungen und das Abschlachten von Bauern führten zu Hungersnöten, weil Felder zerstört waren oder nicht mehr bestellt werden konnten
– Belagerungen und Plünderungen führten zu katastrophalen Hygieneverhältnissen

Folgen für das Leben der deutschen Bevölkerung:
– das Lebensnotwendigste fehlte
– Missernten und Plünderungen durch Söldner förderten Seuchen
– Bevölkerung sank um 6 Millionen Menschen, in manchen Regionen wurden 40 % der Bevölkerung getötet
– Menschen und Geld fehlten zum Wiederaufbau
– Städte verarmten
– Handwerker verloren wegen allgemeiner Armut ihre Arbeit
– Steuern sanken durch Bevölkerungsverluste stark
– ständige Angst vor Überfällen, hohe Kriminalitätsrate
– viele Waisen, Invaliden, Kranke

=> Der Dreißigjährige Krieg zeichnete Deutschland über Jahrhunderte

Weiter zum Westfälischen Frieden:
https://histopro.wordpress.com/2013/06/11/der-westfalische-frieden/

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