Der deutsche Bauernkrieg

Zwischen 1524 und 1526 kam es in vermehrten Maße zu Unruhen und Aufständen der Bauern, die sich zu einem Bauernkrieg entwickelten und bis zum Ende 70.000 Tote forderten. Zwar hatten sich Bauern wegen sozialer Missstände bereits seit dem 14. Jahrhundert immer wieder erhoben, doch waren diese Unruhen bis dahin lokal begrenzt gewesen und vom Adel schnell niedergeschlagen.

Die Reformation unter Martin Luther ließ im Bauernstand nun neue Hoffnung aufkeimen. Die Forderungen Luthers nach einer Reformation der Kirche wurden im Bauernstand radikal interpretiert, aus ihrer Sicht sollte auch der Adel und das gesamte Gesellschaftssystem reformiert werden.

Warum waren die Bauern unzufrieden?
– schwere Arbeitsbelastung, unfaire Frondienste
– keine angemessene Entlohnung für Arbeiten bei den Lehnsherren
– Pachtzinsen waren ungerecht berechnet
– Strafen für Vergehen wurden ständig erhöht
– Wiesen und Äcker wurden den Bauern von den Grundherren weggenommen
– nach dem Tod ging der gesamte Besitz auf den Grundherren über, nicht auf die Nachkommen
– Papst wählte indirekt Priester aus und setzte sie wieder ab
– Abgaben der Bauern wurden nicht für Priester oder Almosen verwendet, sondern für den Prunk der Kirche
– „falsche Lehre“ durch die Kirche
– geistliche und weltliche Herren nahmen sich Wälder und Grundstücke, die ihnen nicht zustanden
– Bauern war die Jagd von Wild und Geflügel, sowie der Fang von Fischen untersagt

All diese Missstände versuchten die aufständischen Bauern durch Erhebungen und Forderungen an den Adel und den Klerus zu beheben. Die mittelalterliche Gesellschaftsordnung war endgültig in Frage gestellt. Die Bauern bewaffneten sich mit einfachsten Waffen und plünderten Burgen, Klöster und Kirchen. Dabei nahmen sie häufig deren gesamtes Hab und Gut mit, um sich an der Obrigkeit zu rächen.

Im Gegensatz zu Thomas Müntzer (aus Kursachsen), unterstützte Luther die Bauern aber nicht in ihren Forderungen. Dies ist erstens damit zu erklären, dass er den Adel für die Durchsetzung der Reformation brauchte. Nur durch den militärischen Schutz des Adels konnte sie überhaupt gelingen. Zweitens wollte Luther lediglich die Kirche und den Klerus reformieren, nicht aber das Gesellschaftssystem an sich. Auch er hielt die Dreiteilung der deutschen Gesellschaft für rechtens und von Gott gewollt.

So wurde Bauernkrieg bis 1526 blutig niedergeschlagen. Adel und Klerus konnten ihren Einfluss auf viele Bauern nutzen und diese vom Aufruhr abhalten. Außerdem konnte die militärische Überlegenheit ein erfolgreiches Übergeifen des Bauernkrieges zu einer Revolution verhindern. Allerdings wurden in einem kleineren Teil der Aufstandsgebiete Reformen umgesetzt, die die oben beschriebenen Missstände teilweise behoben und den Bauern ein würdigeres Leben ermöglichten.

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5 Antworten zu Der deutsche Bauernkrieg

  1. Pingback: Themenliste Klassenarbeit 7a am 03.07.2014 | Histoproblog – Geschichte macht Schule

  2. schule schreibt:

    sehr gut

  3. Pingback: Themenliste 7c KA2 (Pretz) am 21.05.2015 | Histoproblog – Geschichte macht Schule

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