Die abendländische Sicht auf die Mongolen im 13. Jahrhundert

Essay: Die abendländische Sicht auf die Mongolen im 13. Jahrhundert
Verfasser: Manfred Pretz

Einleitung

In diesem Essay mit dem Titel „Die abendländische Sicht auf die Mongolen im 13. Jahrhundert“ wird untersucht, wie das Abendland auf die ersten Nachrichten über die Existenz der Mongolen und nur Jahre später auf den Einfall der Mongolen in Osteuropa reagierten. Es soll im Verlauf der Arbeit vor allem hervorgehoben werden, wie sich die Sicht des Abendlands auf die Mongolen aufgrund der Geschehnisse des 13. Jahrhunderts veränderte.

I. Die Zeit der großen Panik

„Niemand ahnte die ungeheure, elementare Wucht des Mongolenvorstoßes.“1 Zu Beginn der 1220er Jahre erhielt das Abendland zum ersten Mal Nachrichten aus dem Vorderen Orient und aus Ostrussland über die Tartaren, wie sie im lateinischen Westen von nun an genannt wurden. Es kursierten vermehrt erste Gerüchte und Informationen über die Tartaren und ihre Grausamkeit bei der Verwüstung ostrussischer Gebiete.2 Noch bis 1238 wusste man im Abendland nur sehr wenig über dieses Steppenvolk und es bestand im Westen auch nur wenig Interesse, mehr über sie zu erfahren. Auch die ersten Meldungen vereinzelter Flüchtlinge und Gefangenen schreckten das Abendland nicht auf und waren dem Westen nicht Warnung genug.3 Symptomatisch für die Sicht des Abendlandes auf die Mongolen in den 1230ern scheinen die Reaktionen des ungarischen Königs auf die Gesandten des Großkhans und auf den Brief, in dem ihn der Großkhan 1938 zur Unterwerfung aufforderte. Obwohl der Brief klar die Absicht der Mongolen ausdrückte, sich die ganze Welt unterwerfen zu wollen und auch westliche Fürsten vom Inhalt des Briefs erfuhren, kam kaum Unruhe im Abendland auf.4 Doch vor allem Ungarn wähnte sich stark genug, trotz der direkten Warnungen gegen die neue Gefahr anzutreten. Es hatte seit Jahrhunderten die Angriffe der Steppenvölker erfolgreich abgewehrt und sein Selbstbewusstsein durch eine aktive Ostpolitik gestärkt.5 Die Kampfstärke und Entschlossenheit der mongolischen Streitkräfte wurden in hohem Maße unterschätzt. Gründe dafür sind zum einen eine fehlende Informationspolitik des Abendlands. Denn während die abendländischen Fürsten untereinander in Fehden verstrickt waren6 undkeine Gesandten ausschickten, um die mongolische Gefahr einschätzen zu können, musste der mongolische Großchan Ögödäi wohl schon spätestens 1238 genau über das Königreich Ungarn und seine Nachbarn bescheitgewusst haben, wie aus seinem Brief an König Béla IV. hervorgeht.7 Zum anderen sah das Abendland den Kampf um das Heilige Land als weit wichtiger an und sah den Hauptfeind in den Sarazenen.

Im Februar 1241 griffen die Mongolen schließlich Polen und, wie im Drohbrief an König Béla IV. angekündigt, wenig später auch Ungarn an. Die in Europa äußerst angesehenen christlichen Ritter konnten die mongolischen Horden nicht aufhalten und die ersten christlichen Gebiete wurden verwüstet.8 Die brutalen Angriffe konnten nicht abgewehrt werden und die Herrscher Osteuropas entsendeten entsetzt Hilferufe an alle christlichen Herrscher. Die Nachricht über den Einfall der Tartaren verbreitete sich in ganz Europa und löste Panik und Angst in der gesamten Christenheit aus, davon Zeugen nicht zuletzt die zahlreichen Briefe und Nachrichten, die der Mönch Matthaeus Parisiensis im äußersten Westen Europas, in England sammeln konnte. Das heraufziehende Unheil wurde zu dieser Zeit der Panik oft als Strafe Gottes und Ankündigung des Jüngsten Tages interpretiert. Das neue unbekannte Steppenvolk wurde nun plötzlich ganz anders interpretiert, als noch Jahre zuvor. Es war nun eine unmittelbare Gefahr für die gesamte Christenheit. Derweil stießen die mongolischen Horden weiter vor und zerstörten im März 1241 die Stadt Krakau. Das mongolische Heer hatte sich zuvor schon geteilt und während ein Truppenteil, eine Zehntausendschaft auf Schlesien zumarschierte, den Ansturm der mongolischen Hauptarmee zu decken, drang diese in Ungarn ein9. Bei Liegnitz stellte sich Herzog Heinrich II. von Schlesien den Mongolen mit 1000 bis 2000 Mann entgegen und wurde vernichtet. Auch in Ungarn vernichtete der Mongolengeneral Batu mit seiner Hauptarmee die Armee des ungarischen Königs. Dieser flüchtete an die Adria und rief die abendländischen Fürsten verzweifelt um Hilfe. Gerade hier zeigt sich nun die fatale Uneinigkeit der Christenheit: Der alte Konflikt zwischen Papst Gregor IX. und Kaiser Friedrich II. spitzt sich während der Zeit der mongolischen Invasion sogar noch weiter zu und alte Rivalitäten unter den Fürsten machen es unmöglich, eine gemeinsame Front gegen den Ansturm zu bilden. „Friedrich der Streitbare von Österreich nutzt gar die gebeutelte Lage seines alten Rivalen Béla von Ungarn aus, um sich an ihm zu rächen.“10

Die Briefe, die zu dieser Zeit unter Adel und Klerus kursierten, beschrieben die Härte, Grausamkeit und Barbarei der Mongolen. Sie waren der Inbegriff von Barbaren, sie missachteten die göttlichen und menschlichen Gesetze, sie schonten weder Alter noch Geschlecht und ergötzten sich an der Brutalität ihrer Morde.11 Die Invasoren wurden durch die Zerstörung der Kirchen und durch ihre Schonungslosigkeit gegenüber dem Klerus innerhalb eines Jahres zum Hauptfeind der Christenheit, nachdem man ihnen vor dem Einfall in Osteuropa kaum beachtet hatte. Auch Kannibalismus wurde den Mongolen nun zugeschrieben.12 Den Grund für ihre Erfolge auf dem Schlachtfeld sah man aber nicht in ihrem Mut, sondern in ihrer Hinterlist, ein berechtigtes Attribut, das sich seitdem über viele Jahrzehnte in den Beschreibungen der Mongolen erhielt.13 Ihre Heimat blieb indes unbekannt. In den Hilferufen der osteuropäischen Fürsten ist darüber kaum etwas zu finden. Man wusste lediglich, dass die Eindringlinge bereits Groß- und Kleinindien, Persien und 72 russische Fürstentümer zerstört hatten und war, da sie andere Feinde der Christen in ihren Heeren mit sich führten, der Meinung, dass man es mit dem Antichrist zu tun hatte.14

Die großen Herrscher Westeuropas reagierten verschieden auf den Ansturm des neuen Feindes: Papst Gregor IX. besaß schon Jahre vor dem Einfall Informationen über die Mongolen. Die Kurie sah sie vor ihrem Einfall in Europa aber nur als eine von vielen heidnischen Gefahren an, die die Christenheit bedrohten und als Geißel Gottes die Sünden der Christen bestraften.15 Während des Einfalls der Mongolen konnten die Briefe des Papstes, in denen er seinen Kummer und Schmerz über die gefallenen Christen im Osten zum Ausdruck brachte und seine Aufrufe zum Kreuzzug kaum dazu führen, das Abendland aufzurütteln und gegen den neuen Feind zu einen. Im Kampf gegen Friedrich II. um die Vorherrschaft im lateinischen Westen hatte er auch keine Möglichkeit große Macht im Abendland auszuüben oder den Feind der Christenheit genauer kennenzulernen. Die Haltung der Kurie blieb auch während der Sedisvacanz nach dem Tode Gregors IX. Unverändert. Die Schreiben, die die Kurie an die notleidenden Fürsten sandte, können lediglich als moralische Unterstützung verstanden werden.

Der Kaiser Friedrich II. zeigte sich in seinem Schreiben vom 20. Juni 1241 an den römischen Senat, den deutschen Adel und die übrigen europäischen Herrscher von der Katastrophe in Polen und Ungarn überrascht und gab zu, dass er die Gefahr unterschätzt habe. Er erklärte sich bereit die Organisation des Abwehrkampfs zu übernehmen.16 Er war aber genau so wenig handlungsfähig wie Papst Gregor IX., da er zunächst seine unmittelbaren innerpolitischen Gegner zur Einstellung des Kampfes gegen ihn zwingen musste. Der Kaiser forderte aber in seinen Briefen im Gegensatz zum Papst die Einigkeit der Christen gegen den Feind und die gemeinsame Tat zur Verteidigung des Imperiums. Der Abwehr des Feindes wirklich nützlich war aber auch der Kaiser nicht und so waren die bedrohten Fürsten Europas einzig auf sich allein gestellt.

II. Die Zeit der Ungewissheit

Nachdem die mongolischen Horden 1241 große Teile Osteuropas zerstört hatten, zogen sie plötzlich wieder ab und ließen die Menschen des Abendlands erschreckt und verunsichert zurück. Der Grund für ihren Abzug, der Tod des Großkhans Ögödäi, war begreiflicherweise unbekannt und man rechnete jederzeit mit einem weiteren Angriff. In dieser Zeit der Ungewissheit bestieg Innozenz IV. 1243 den Stuhl Petri.17 Er war gewillt die Kirche energischer zu führen, als es sein Vorgänger getan hatte und seine Sorgen galten der Rüstung des Abendlands für einen neuen Tartarensturm. 1244 hatte sich der Schwerpunkt des Mongolensturms ganz offensichtlich auf den Orient verlagert, wo die Christenheit nun an einer anderen Stelle verwundbar geworden waren. Dass die Mongolen im Orient Christen und Nicht-Christen in gleicher Weise ermordeten und verfolgten, vergrößerte die Angst vor den Angreifern umso mehr. Innozenz ergriff die Initiative, indem er begann Kundschafter und Missionare zu den Mongolen zu senden. Gleichzeitig versuchte er die Einheit der Christen durch Verhandlungen zu erreichen und begann mit den nichtchristlichen Völkern in diplomatische Beziehungen zu führen. Die Kundschafter, Franziskaner und Dominikaner, sollten die vielen Fragen, die der Mongolensturm ausgeworfen hatte, wenigstens zum Teil beantworten: Ein von der Kurie zusammengestellter Fragenkatalog umfasste Fragen über die Herkunft der Mongolen, Truppenstärke, Absichten, Lebensgewohnheiten, Glauben, Verhalten und natürlich Behandlung der Gesandten.18

Innozenz forderte die osteuropäischen Fürsten zu verstärkten Burgenbau auf und versuchte über die Gesandten vor allem die weiteren Pläne des Steppenvolks zu erfahren. Bis heute sind Schilderungen von drei Nachrichtengruppen erhalten, die Papst Innozenz IV. alle bis spätestens 1248 Neuigkeiten über die Mongolen präsentieren konnten:19 Der 60jährige Franziskaner Johannes von Plano Carpini stieß mit seinem Begleiter Benedikt von Polen über den südrussischen Raum bis in die Mongolei vor und brachte als erster 1247 Beschreibungen über die Mongolen mit sich, die einige entscheidende Fragen aus Katalog der Kurie beantworten konnten. Sein Bericht fand vor allem auf seiner Rückreise große Verbreitung und schwächte die abendländischen Mythen und Fantastereien zumindest zum Teil ab. Andreas von Longjumeau kehrte als letzter 1251 nach Europa zurück und konnte in seinem Reisebericht über die Tartaren im Vorderen Orient berichten. Seine Ausführungen wurden aber von Carpinis Reisebericht in den Schatten gestellt, wobei man seine Wichtigkeit zur damaligen Beurteilung der Lage im Vorderen Orient nicht unterschätzen darf.20 Die Gesandtschaft des Dominikaners Ascelin reiste von Frankreich zum Tartarengeneral Baidschu. Ascelin, den wir nur aus den Schilderungen seines Begleiters Simon von Saint-Quentin kennen, hielt sich aber bei seiner Reise eng an die Instruktionen des Papstes und und konnte dadurch weder entscheidende Neuigkeiten, noch zum Großkhan selbst vordringen. Unter diesen Umständen geriet er sehr schnell mit dem Tartarengeneral in Konflikt und entging nur knapp der Hinrichtung.21

Carpini, der im Gegensatz zu Ascelin anpassungsfähiger war und sich im bei seiner Reise weit geschickter verhielt, konnte von seiner Reise unter anderem berichten, dass die Mongolen bei der Behandlung ihrer Gefangenen keine Mongolen unterdrückten. Die Überzeugung der gefangenen Christen in der Umgebung des Großkhans, dieser stehe kurz vor dem Übertritt zum Christentum löste Hoffnung unter den Gläubigen des Abendlands aus. Selbige Hoffnung konnte Carpini selbst aber anscheinend nicht teilen.22 Gleichzeitig mussten die Herrscher des Europas aber auch über Intentionen der Mongolen, die Welt zu erobern, erfahren. Sowohl Carpini bei seiner Rückkehr nach Europa 1247, als auch Ascelin bei seiner Rückkehr 1248 brachten Unterwerfungsaufforderungen des neuen Großkhans Güyük mit. Trotzdem flammte die Hoffnung auf eine Christianisierung der Mongolen unter dem Klerus immer wieder auf. Als die Hoffnungen des französischen Königs Ludwig 1248 auf einen christlichen Khan durch Boten genährt wurden, die ihm bei seinem Aufenthalt auf Zypern ein im christlichen Ton verfasstes Schreiben des mongolischen Stadthalters Eldschigidei überbringen, schien sogar ein Bündnis mit den Mongolen gegen die Sarazenen in Aussicht zu stehen.23 Nachdem sich aber dieser Brief später als Täuschungsversuch herausstellte und sich Kleinarmenien und Antiochia freiwillig dem mongolischen Herrscher unterworfen, herrschte nun nicht mehr nur in Europa, sondern auch im Heiligen Land Untergangsstimmung.

Die Mongolen eroberten zu dieser Zeit unter anderem Bagdad, Aleppo, Damaskus und vernichteten große Teile des Orients. Die Tartaren24 wurden jetzt umso mehr als tartareis (höllische Gesellen)25 angesehen, die zum vernichtenden Schlag gegen das Heilige Land ausholten. Die Taufhoffnung hatten sich nach zwanzig Jahren diplomatischer Auseinandersetzungen 1260 endgültig zerschlagen und der Weltherrschaftsanspruch der Mongolen machten ein Bündnis gegen die Sarazenen vollkommen unmöglich.26 Auch der Franziskaner Wilhelm von Rubruk, der von 1253 bis 1255 bei den Mongolen war, rät nicht zu einem Frieden mit den Mongolen, sondern empfiehlt den Krieg. Die Reisen zu den Mongolen hatten den neuen Feind zwar entmystifiziert und viele Neuigkeiten über ihn bekannt gemacht. Man musste aber nach vielen Rückschlägen enttäuscht feststellen, dass die Mongolen durch ihre Grausamkeit und Barbarei kaum christianisiert werden konnten und dass ihr Weltherrschaftsanspruch jeder Möglichkeit auf Frieden oder gar einem Bündnis im Weg stand. „Die politische Allianz zweier Souveräne gegen den Islam erwies sich als eine Illusion.“27

Durch die zunehmenden Spaltungstendenzen innerhalb des mongolischen Großreichs, die vom Abendland erst später registriert wurden, begann sich auch das Tartarenbild in zwei Richtungen zu trennen.28 Zunächst wurde diese Spaltung des Tartarenbildes durch die Feindschaft zwischen Batu und der Golden Horde einerseits und Göjük und dem Ilkhanat andererseits gefördert, später geschah dies durch die christenfreundliche Politik Hülägüs und der Förderung des Islams durch Berke. Die Päpste der Folgezeit versuchten weiterhin die Khane der Splitterkhanate zur christlichen Taufe zu bewegen, um sie trotz allem zu einem Allianzpartner gegen die Sarazenen zu machen. Vor allem gegen Ende des 13. Jahrhunderts erfuhren auch die verlässlichsten Informationen über Interpretationen, die die Wunschträume der Christenheit offenbaren. Gerüchte, ein mongolischer Khan sei zum Christentum übergetreten oder habe Jerusalem von den Sarazenen erobert und es den Christen übergeben, treten zu dieser Zeit immer wieder auf. „Das reale Scheitern aber wird kaum beachtet.“29

Schlussbetrachtung

Auch bevor der Mongolensturm Osteuropa verwüstet hatte, waren Nachrichten über das neue Steppenvolk bekannt geworden. Das Abendland schien aber noch äußerst uninteressiert an den Nachrichten über den neuen Feind. Der Blick war auf den alten Feind, die Sarazenen, gerichtet, die Tartaren wurden nicht als direkt Gefahr oder mehr als eine heidnische Gefahr von vielen angesehen. Vor allem die direkt bedrohten osteuropäischen Länder waren selbstbewusst genug, um sich vor einem Einfall der Barbaren in Sicherheit zu wiegen. Als der angekündigte Einfall der Mongolen 1241 aber von keinem Verteidiger aufzuhalten war, brach Angst und Schrecken nicht nur in den verwüsteten Gebieten, sondern unter der gesamten Christenheit aus.

Das untereinander zerstrittene Abendland zeigte sich gegen diese Gefahr nicht gewappnet und musste weitere Zerstörungen durch diesen noch unbekannten Gegner befürchten. Durch Briefe der angegriffenen Fürsten an nicht direkt betroffene Fürsten in Europa und die Nachrichten zwischen dem Klerus wurde schnell in ganz Europa das Ausmaß der Bedrohung klar. Als sich der Feind aber unerwartet mitten in seinem Vormarsch zurückzog, ergriff vor allem Papst Innozenz IV. 1243 die Initiative. Auf seinen Befehl hin wurden Kleriker zu den Mongolen geschickt, die den neuen Feind kennenlernen sollten. Die Gesandten konnten die übertriebenen Vorstellungen über die Mongolen, die durch die verheerenden Angriffe entstanden waren nicht bestätigen. Obwohl sie trotzdem als Barbaren und blutrünstige Krieger beschrieben wurden, begannen sie einen Platz in der Völkergemeinschaft einzunehmen. Auch die geographische Sichtweise des Abendlands hatte sich damit bis Mittelasien erweitert.

Durch die Weise, wie die Tartaren aber die Glaubensrichtungen der Gefangenen tolerierten, hoffte man später das Steppenvolk missionieren zu können. Die Vorstellungen gingen schnell auch soweit, dass man hoffte in den Mongolen einen neuen Verbündeten gegen die Sarazenen finden zu können. Die Hoffnungen auf eine solche Allianz und um die Missionierung der Mongolen wurden aber schnell enttäuscht. Trotzdem wurden im 13. Jahrhundert zahllose weitere Versuche unternommen. Mit der Aufsplitterung des mongolischen Großreichs entwickelten sich zwei verschiedene Ansichten auf die Mongolen, zum einen auf die Mongolen im Vorderen Orient, zum anderen auf die von Batu, später von Berke geführte Goldene Horde in Osteuropa. Das Ende des Jahrhunderts war von Unsicherheit und Unklarheiten über die weiteren Absichten der Mongolen geprägt.

Fußnoten:
1 Bezzola, Gian Andri: Die Mongolen in abendländischer Sicht [1220-1270]. Ein Beitrag zur Frage der Völkerbegegnung. München 1974, S.66.
2 Vgl. Schmieder, Felicitas: „Der Einfall der Mongolen nach Polen und Schlesien – Schreckensmeldungen, Hilferufe und die Reaktionen des Westens”, in: Wahlstatt 1241: Beiträge zur Mongolenschlacht bei Liegnitz und zu ihren Nachwirkungen, hg. v. Ulrich Schmilewski. Würzburg, 1991, S. 77-86. S.77.
3 Vgl. Bezzola, Gian Andri: Die Mongolen in abendländischer Sicht [1220-1270]. Ein Beitrag zur Frage der Völkerbegegnung. München 1974, S.66.
4 Vgl. Schmieder, Felicitas: Europa und die Fremden. Die Mongolen im Urteil des Abendlandes vom 13. bis in das 15. Jahrhundert. Sigmaringen 1994, S.74.
5 Vgl. Bezzola, Gian Andri: Die Mongolen in abendländischer Sicht [1220-1270]. Ein Beitrag zur Frage der Völkerbegegnung. München 1974, S.66.
6 Die Arbeit geht weiter unten genauer auf die Zerstrittenheit der abendländischen Fürsten ein.
7 Vgl. Schmieder, Felicitas: Europa und die Fremden. Die Mongolen im Urteil des Abendlandes vom 13. bis in das 15. Jahrhundert. Sigmaringen 1994, S.73f.
8 Vgl. Schmieder, Felicitas. „Der Einfall der Mongolen nach Polen und Schlesien – Schreckensmeldungen, Hilferufe und die Reaktionen des Westens” in: Wahlstatt 1241: Beiträge zur Mongolenschlacht bei Liegnitz und zu ihren Nachwirkungen, hg. v. Ulrich Schmilewski. Würzburg, 1991, S. 77-86. S.77.
9 Vgl. Donat, Richard von: „Militärische Aspekte der Schlacht von Wahlstatt“, in: Wahlstatt 1241: Beiträge zur Mongolenschlacht bei Liegnitz und zu ihren Nachwirkungen, hg. v. Ulrich Schmilewski. Würzburg, 1991, S. 87-108. S.92.
10 Schmieder, Felicitas. „Der Einfall der Mongolen nach Polen und Schlesien – Schreckensmeldungen, Hilferufe und die Reaktionen des Westens” in: Wahlstatt 1241: Beiträge zur Mongolenschlacht bei Liegnitz und zu ihren Nachwirkungen, hg. v. Ulrich Schmilewski. Würzburg, 1991, S. 77-86. S.80.
11 Vgl. Bezzola, Gian Andri: Die Mongolen in abendländischer Sicht [1220-1270]. Ein Beitrag zur Frage der Völkerbegegnung. München 1974, S.68ff.
12 Vgl. ebd., S.70f.
13 Vgl. ebd., S.71.
14 Vgl. ebd., S.73.
15 Vgl. ebd., S.75f.
16 Vgl. ebd., S.77ff.
17 Vgl. ebd., S.110.
18 Vgl. ebd., S.113.
19 Vgl. ebd., S.119f.
20 Vgl. ebd., S.123.
21 Vgl. ebd., S.124.
22 Vgl. Schmieder, Felicitas: Europa und die Fremden. Die Mongolen im Urteil des Abendlandes vom 13. bis in das 15. Jahrhundert. Sigmaringen 1994, S.78f.
23 Vgl. ebd., S.80ff.
24 Zeitgenössische Benennung der Mongolen im Mittelalter.
25 Vgl. Schmieder, Felicitas: Europa und die Fremden. Die Mongolen im Urteil des Abendlandes vom 13. bis in das 15. Jahrhundert. Sigmaringen 1994, S.87.
26 Vgl. ebd., S.88.
27 Bezzola, Gian Andri: Die Mongolen in abendländischer Sicht [1220-1270]. Ein Beitrag zur Frage der Völkerbegegnung. München 1974, S.164.
28 Vgl. ebd., S.161.
29 Schmieder, Felicitas: Europa und die Fremden. Die Mongolen im Urteil des Abendlandes vom 13. bis in das 15. Jahrhundert. Sigmaringen 1994, S.105.

Literatur:
Bezzola, Gian Andri: Die Mongolen in abendländischer Sicht [1220-1270]. Ein Beitrag zur Frage der Völkerbegegnung, München 1974.
Donat, Richard von: „Militärische Aspekte der Schlacht von Wahlstatt“, in: Wahlstatt 1241: Beiträge zur Mongolenschlacht bei Liegnitz und zu ihren Nachwirkungen, hg. v. Ulrich Schmilewski, Würzburg, 1991, S. 87-108. S.92.
Klopprogge, Axel: Ursprung und Ausprägung des abendländischen Mongolenbildes im 13. Jahrhundert. Ein Versuch zur Ideengeschichte des Mittelalters, Wiesbaden 1993.
Kollmar-Paulenz, Karénina: Die Mongolen. Von Dschingis Khan bis heute, München 2011.
Ruotsala, Antti: Europeans and the mongols, Helsinki 2001.
Schiel, Juliane: Mongolensturm und Fall Konstantinopels. Dominikanische Erzählungen im diachronen Vergleich, Berlin 2011.
Schmieder, Felicitas: Europa und die Fremden. Die Mongolen im Urteil des Abendlandes vom 13. bis in das 15. Jahrhundert, Sigmaringen 1994.
Schmieder, Felicitas: „Der Einfall der Mongolen nach Polen und Schlesien – Schreckensmeldungen, Hilferufe und die Reaktionen des Westens”, in: Wahlstatt 1241: Beiträge zur Mongolenschlacht bei Liegnitz und zu ihren Nachwirkungen, hg. v. Ulrich Schmilewski, Würzburg, 1991.
Weiers, Michael: Zweitausend Jahre Krieg und Drangsal und Tschinggis Khans Vermächtnis, Wiesbaden 2006.

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3 Antworten zu Die abendländische Sicht auf die Mongolen im 13. Jahrhundert

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  2. Julian Liu schreibt:

    Ich nehme an, daß es sich bei der Jahresangabe in dem Satz „Der Kaiser Friedrich II. zeigte sich in seinem Schreiben vom 20. Juni 1941 an den römischen Senat, …“ um einen Schreibfehler handelt.

    • batumammut schreibt:

      So ist es, vielen Dank für die Anmerkung! Würden Dich noch andere Themen zum Großthema „Mongolen im Mittelalter“ interessieren? Ich arbeite gerade an einer Erweiterung des gesamten Themas auf Histoproblog. Ich wünsche schon einmal Frohes Fest!

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