Themenliste 10ab Klassenarbeit Nr. 1 am 20.11.2019

Ihr werdet Wissensfragen erhalten, die auf den Ergebnissen und Leitfragen
unserer Stunden basieren. Außerdem wird es zu ausgewählten Themen eine
kurze Textquelle oder einen kurzen Verfassertext mit Arbeitsaufträgen geben.
Auch eine Karikatur könnte zu einer der Themen abgeprüft werden.

Thema 1: Deutschland zwischen 1945 und 1949

Stunde vom 11. September und 18. September

Das Kriegsende in Renningen und Malmsheim

  1. Wie griff der Krieg in das Leben der Dorfbewohner ein?
  • Kinder mussten im Volkssturm kämpfen
  • Wohnraum musste an Flüchtlinge abgegeben werden
  • Wohnhäuser und Scheunen zerstört
  • Hunger, keine Nahrungsmittel
  • viel Munition, Unfälle
  • Dorfbewohner waren in Angst vor Bombardierungen
  • französische Soldaten hielten Menschen auf und suchten Feinde
  • mussten sich verstecken und konnte sich nicht frei bewegen
  • viele Überfälle und Vergewaltigungen durch franz. Truppen
  • Straßenkämpfe
  1. Welche Folgen hatte der Beschuss durch alliierte Flugzeuge?
  • Zerstörung von Häusern, Schulen, Scheunen, Einrichtungen
  • Tote und Verletzte
  • Rachegelüste in der Bevölkerung
  • große Angst / Todesangst
  1. Gibt es Hinweise darauf wie die Menschen über den Krieg dachten?
  • Kinder wünschten sich nichts als Frieden, kannten nur Krieg
  • Frauen wehrten sich gegen die aufgebauten Panzersperren
  • Menschen realisierten, dass der Krieg ihnen alles genommen hat
  • Vertrauen auf Propaganda, Hoffnung auf Sieg durch Wunderwaffen
  • manche dachten das Kriegsende sei das Ende allen Lebens
  1. Welche Folgen hatte der Einmarsch der Alliierten für die Dorfbewohner?
  • Massenvergewaltigungen
  • viele Verletzte und Tote
  • Beschuss von Häusern
  • Plünderungen
  1. Gibt es Hinweise auf passiven oder aktiven Widerstand gegen den NS in der Bevölkerung?
  • Frauen beseitigten Panzersperren => aktiv
  • Volkssturm hat sich absichtlich nicht vehement gewehrt
  • Soldaten wurden zum Aufgeben aufgefordert
  • weiße Fahne wurden aufgehängt
  1. Mit welchen Problemen waren die Gemeinden in den Folgejahren wahrscheinlich konfrontiert?
  • Traumatisierungen und furchtbare Erinnerungen
  • viele Flüchtlinge und Vertriebene mussten aufgenommen werden
  • Probleme mit der Entnazifizierung
  • zerstörte Gebäude mussten aufgebaut werden
  • Orientierungslosigkeit, zerstörte Ideenwelt
  • Trümmer und Gefahren

Nachkriegsdeutschland zwischen 1945 und 1949

Weiterhin solltet ihr über folgende Themen der Nachkriegszeit überblicksmäßig Kenntnis haben:

  • Das zerstörte Deutschland
  • Flucht und Vertreibung
  • Teilung Deutschlands in Besatzungszonen
  • Der Kampf ums Überleben

Thema 2: Die doppelte Staatsgründung

Stunde vom  2. Oktober

Leitfrage: Warum entwickelte sich ein doppeltes Deutschland?

  Adenauer-Rede DDR-Pressemitteilung
Werte und Ziele Schutz der Persönlichkeitsrechte, relative staatliche Freiheit, wirtschaftlicher Aufstieg Wohlstand, Aufbau, nationale Freiheit und dauerhafter Frieden / Wiederherstellung der Einheit
Beurteilung des „anderen“ Deutschlands Vergleich der Ostzone mit dem nationalsozialistischen Reich

(Z. 19-22)

Herabwürdigung als abhängige „amerikanische McCloy-Republik“

(Z. 11)

Gemeinsamkeiten?

  • beide wollen Einheit Deutschlands und nationale Freiheit
  • beide streben wirtschaftliches Wiedererstarken an
  • beide lehnen Nationalsozialismus ab

Obwohl es Gemeinsamkeiten gab, führten der Einfluss zweier gegensätzlicher Ideologien und der Einfluss der Siegermächte zur Teilung Deutschlands.

Genauer:

Auf der Potsdamer Konferenz von 1945 beschlossen die Siegermächte neben der Einteilung des deutschen Gebiets in Besatzungszonen, der Abtretung von Gebieten sowie weiterer Eingriffe in die Souveränität Deutschlands, auch die Unteilbarkeit Deutschlands als Staat. Die Entwicklungen zwischen 1945 und 1949 führten allerdings immer mehr zu einer Teilung des deutschen Gebiets in einen kapitalistisch geprägten Westteil und einen kommunistisch dominierten Ostteil. Unterschiedliche Interessen der Siegermächte, aber vor allem große ideologische Unterschiede zwischen den Westmächten und der Sowjetunion, ließen immer mehr Konflikte entstehen, die 1948 schließlich zur Berlin-Blockade und damit fast zu einem Krieg zwischen beiden Seiten führten.

Spätestens 1947 war daher klar, dass die Besatzungsmächte sich über die neue Staatlichkeit Deutschlands nicht einigen würden. Unter anderem die Angst vor einem Verlust der westlichen Besatzungszonen an Stalin führte zur wirtschaftlichen Stützung Westdeutschlands durch die Westmächte und schließlich zur Errichtung eines eigenständigen Weststaats. In den Frankfurter Dokumenten wurden den deutschen Ministerpräsidenten klare Vorgaben zur Ausarbeitung einer Verfassung auf demokratischer und kapitalistischer Grundlage gemacht. Gleichzeitig mit der Wiederherstellung der (eingeschränkten) Staatssouveränität sollten die deutschen Vertreter aber auch die Teilung Deutschlands akzeptieren, was durch die Ausarbeitung einer provisorischen Verfassung zu relativieren versucht wurde.

Die Sowjetunion reagierte am 7. Oktober 1949 selbst auf diese Staatsgründung mit der Errichtung eines Oststaats. Somit war eine Teilung Deutschlands erfolgt, obwohl beide deutschen Staaten in ihren Regierungserklärungen vor allem ihre Abgrenzung zum Nationalsozialismus, die Errichtung einer Demokratie sowie die Einheit als oberstes Staatsziel betonten. Trotz dieser grundlegenden Gemeinsamkeiten war die politische Ideologisierung, zumindest in den neuen Eliten, bereits so weit fortgeschritten, dass eine Aufhebung der Teilung aussichtslos wurde. Der Einfluss der Siegermächte, die die beiden Teilstaaten durch West- bzw. Ostbindung immer mehr in ihre ideologische Richtung dirigierten, ließ BRD und DDR schnell zu erbitterten Feinden werden (z.B. Hallstein-Doktrin 1955).

Thema 3: Die DDR – demokratischer Rechtsstaat oder Diktatur?
– drei deutsche Politiksysteme im Vergleich –
Stunde vom 9. Oktober

Arbeitsauftrag:
1. Fülle auf AB2 die Spalte „NS-Staat“ mit Deinem Vorwissen aus dem
letzten Schuljahr.

2. Lies Dir den Verfassertext durch und markiere Informationen über die
verschiedenen Kriterien mit verschiedenen Farben.

3. Fülle nun die Spalte „DDR“ auf AB2 mit den gefundenen Informationen.

NS-Herrschaft:

Parteien
Nur NSDAP zugelassen => Einparteiensystem
(ab 4. Juli 1933 alle Parteien verboten)

Parlament
23. März 1933 alle Parteien außer SPD stimmten für
Selbstentmachtung des Reichstags (Ermächtigungsgesetz)

Gewalten
Führerprinzip: hierarchische Gliederung der gesamten Gesellschaft in „Führer“

Rechtsprechung
Keine Bindung der Judikative an Recht und Gesetz
Beispiel: Volksgerichtshof

Freiheitsrechte
Keinerlei Grundrechte, persönliche Freiheit abgeschafft,
Individuum unterwirft sich der Volksgemeinschaft

Freie Medien
Völlige Pressezensur, Staats-
Propaganda, Manipulation durch
Massenpsychologie

Freie Marktwirtschaft
Keine Konsumgesellschaft, Wirtschaft ganz auf Krieg ausgerichtet, Etatismus
Arbeitszwang, Schwarzmarkt

BRD heute

Parteien
Schutz durch die Verfassung;
Aufbau auf demokr. Grundsätzen;
stabiles Dreiparteiensystem

Parlament
Das Parlament ist als gesetz-gebende Gewalt unabhängig.
Es wird vom Volk frei gewählt.

Gewalten
klare Gewaltenteilung zwischen Regierung (Exekutive),
Bundestag (Legislative) und Bundesverfassungsgericht (Judikative)

Rechtsprechung
Die Judikative ist unabhängig und kontrolliert Regierung und Parlament.
Richter entscheiden unabhängig und nach den Gesetzesvorgaben.

Freiheitsrechte
Persönliche Freiheit ist garantiert. Opposition ist möglich. Meinungs-, Presse-, Versammlungsfreiheit

Freie Medien
Medien berichten frei, keine Pressezensur. Medien fungieren als „vierte Gewalt“ und informieren.

Freie Marktwirtschaft
Staat mischt sich kaum in die Wirtschaft ein, freier Handel möglich, Konsumgesellschaft

DDR

Parteien
Einheitspartei SED (SPD+KPD);
Auch CDU, LDP, FDGB und andere Parteien und Organisationen, allerdings existierten sie nur zum Schein

Parlament
Offene Wahlen, Gegenstimmen wurden sanktioniert, Wahlzwang,
Wahlen als Propaganda-Veranstaltungen mit ca. 99 % Zustimmung, „Zettelfalten“

Gewalten
Keine Gewaltenteilung, SED besitzt die gesamte Macht (Exekutive kontrolliert alles)

Rechtsprechung
Richter waren Befehlsempfänger der SED-Führung; Schauprozesse

Freiheitsrechte
Totale Überwachung der Gesellschaft, kein Einklagen von Grundrechten möglich,
Arbeitszwang, Militärdienst, Opposition und Meinungen nicht vorgesehen

Freie Medien
Presse, Funk und Fernsehen wurden zentral vom Staat gelenkt, Staatspropaganda

Freie Marktwirtschaft
Planwirtschaft, Industrie ist verstaatlicht, Vorgaben für die Wirtschaft aus der UdSSR,
Konsumbedürfnisse der Menschen unwichtig

Thema 4: Die Angstmacher – Stasi – was ist das?
LF: Wie gelang es dem MfS die DDR-Bürger zu kontrollieren?
Stunde vom 16. Oktober

Hauptaufgabe:
Machtsicherung der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands);
Schutz von Ansehen und Existenz der DDR
Verhinderung einer Konterrevolution

Allgegenwärtiger Geheimdienst: (außen)
– Spionage im Ausland
– Abwehr von Spionage und Sabotage durch das Ausland

Maßnahmen:
– Beeinflussung der Medien und Politik im westlichen Ausland
– Vorbereitung von Sabotage-Akten für den Kriegsfall

Geheimpolizei ohne rechtstaatliche und mediale Kontrolle:
Heimlich arbeitendes Meinungsforschungsinstitut

Ideologiepolizei
– Sanktionierung von „falschen“ Meinungen
– Überwachung, Einschüchterung und Lebenssteuerung

– Sicherung der innerdeutschen Grenzen
– Durchdringung von Parteien, gesellschaftlichen Organisationen,
Militär, Polizei, Krankenhäusern, Schulen, Betrieben, Universitäten,
Kirchen, Sport, Kino, Kunst, Literatur und Medien

– Instrument zur systematischen Überwachung des eigenen Volkes
und zur Durchsetzung des Machtanspruchs der SED
(„Schild und Schwert der Partei“)

Maßnahmen:
– Einsatz von ca. 189.000 „inoffiziellen Mitarbeitern“ (IM)
– Einsatz von Wanzen und anderen Abhörtechniken
– Wohnungsdurchsuchungen (geheime)
– Durchsuchungen der Briefpost
– Entwicklung von Zersetzungsstrategien, um Andersdenkende zu schwächen und zu diskreditieren
– Überwachung und Aktenführung über die Bürger/innen
– Internierungs- und Isolierungslager, berüchtigte Gefängnisse
– Vorlage von Menschen ohne Rechtsgrundlage
– Verschleppung von Staatsfeinden
– Vertuschung von Todesfällen an der Grenze / Mauer
– Liquidierungen von Oppositionellen
– Hinrichtungen von Dissidenten aus den eigenen Reihen
– Aufbau konspirativer Wohnungen und Briefkästen
– Beschaffung von hochwertigen westlichen Devisen (illegal)
– Einflussnahme auf Wirtschaft, Universitäten und Justiz

Fazit:
Wie gelang es dem MfS die DDR-Bürger zu kontrollieren?

Version 1:

Die DDR-Bürger wurden von dem MfS durch eine vollständige Durchdringung
der Gesellschaft mit Spitzeln (IM), durch weitreichende Überwachung und
durch Schaffung einer allgemeinen und subtilen Angst vor Repressionen
am Aufbau einer wirksamen Opposition gegen die SED gehindert.

Version 2:

Der Stasi gelang die totale Überwachung der DDR-Bevölkerung mithilfe von Spitzeln, die überall in der Gesellschaft eingesetzt wurden (IMs). Grundlage der Überwachung waren die privaten Daten aller Bürger, die unter Verletzung der Privatsphäre zur Einschüchterung und zur Zersetzung eingesetzt wurden. Ziel war es, die Bevölkerung so einzuschüchtern, dass sie sich nicht gegen die SED wehren wollte.

Version 3:

Der Stasi gelang die Überwachung der gesamten DDR-Bevölkerung durch flächendeckende, allumfassende Überwachung, Nutzung privater und persönlicher Informationen und durch die Etablierung von Angst und Einschüchterung in der Bevölkerung. Die Menschen sollten so große Angst vor dem Geheimdienst haben, dass sie erst gar nicht den Mut hatten ihre Meinung zu sagen.

Thema 5: Stasi – Quellenarbeit
Stunden vom 6. November

Zu diesem Thema müsst ihr natürlich nicht alle präsentierten Fälle auswendig können.

Eure EIGENES Fallbeispiel solltet ihr allerdings schriftlich detailliert wiedergeben und einschätzen können.

Hier findet ihr die einzelnen Fälle als kostenlose PDF-Downloads:

https://www.bstu.de/informationen-zur-stasi/publikationen/publikation/quellen-fuer-die-schule-1-jugendliche-inoffizielle-mitarbeiter-im/

https://www.bstu.de/informationen-zur-stasi/publikationen/publikation/quellen-fuer-die-schule-2-flucht-aus-der-ddr/

https://www.bstu.de/informationen-zur-stasi/publikationen/publikation/quellen-fuer-die-schule-3-ddr-eingesperrt/

https://www.bstu.de/informationen-zur-stasi/publikationen/publikation/quellen-fuer-die-schule-4-revisor/

https://www.bstu.de/informationen-zur-stasi/publikationen/publikation/quellen-fuer-die-schule-5-schuelerprotest-1961/

https://www.bstu.de/informationen-zur-stasi/publikationen/publikation/quellen-fuer-die-schule-6-von-der-schule-verwiesen/

https://www.bstu.de/informationen-zur-stasi/publikationen/publikation/quellen-fuer-die-schule-7-zersetzung/

Thema 6: Die Berliner Mauer und die deutsch-deutsche Grenze
Stunde vom 13. November

Wir werden für dieses Thema entweder mit einer Recherche oder mit der folgenden Plakatausstellung arbeiten:

https://www.berliner-mauer-gedenkstaette.de/de/plakatausstellung-grenzen-verstehen-1683.html

 

Viel Erfolg beim Lernen!

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