Das Kriegsende 1945 in Renningen und Malmsheim (Nachkriegszeit in Deutschland)

Das Kriegsende 1945 in Renningen und Malmsheim

Wie verlief das Kriegsende in Renningen und Malmsheim?

  1. Wie griff der Krieg in das Leben der Dorfbewohner ein?
  • Jugendliche mussten im Volkssturm kämpfen
  • Wohnraum musste an Flüchtlinge abgegeben werden
  • Wohnhäuser und Scheunen zerstört
  • Hunger, kaum verfügbare Nahrungsmittel
  • viel Munition, Unfälle
  • Dorfbewohner waren in ständiger Angst vor Bombardierungen
  • französische Soldaten hielten Menschen auf und suchten Feinde
  • mussten sich verstecken und konnte sich nicht frei bewegen
  • viele Überfälle und Vergewaltigungen durch französische Truppen
  • Straßenkämpfe am 20. April 1945
  1. Welche Folgen hatte der Beschuss durch alliierte Flugzeuge?
  • Zerstörung von Häusern, Schulen, Scheunen, Einrichtungen
  • Tote und Verletzte
  • Rachegelüste in der Bevölkerung
  • große Angst / Todesangst
  1. Gibt es Hinweise darauf wie die Menschen über den Krieg dachten?
  • Kinder wünschten sich nichts als Frieden, kannten nur Krieg
  • Frauen wehrten sich gegen die aufgebauten Panzersperren
  • Menschen realisierten, dass der Krieg ihnen alles genommen hat
  • Vertrauen auf NS-Propaganda, Hoffnung auf Sieg durch Wunderwaffen
  • manche dachten das Kriegsende sei das Ende allen Lebens (Folge der Propaganda)
  1. Welche Folgen hatte der Einmarsch der Alliierten für die Dorfbewohner?
  • Massenvergewaltigungen (v.a. in Magstadt ca. 200 Fälle)
  • viele Verletzte und Tote (141 Tote in Renningen, 56 Tote in Malmsheim)
  • Beschuss von Häusern, Zerstörung der Infrastruktur und der Wohngebäude
  • Plünderungen durch alliierte Truppen
  1. Gibt es Hinweise auf passiven oder aktiven Widerstand gegen den NS in der Bevölkerung?
  • Frauen beseitigten Panzersperren => aktiv
  • Volkssturm hat sich oft absichtlich nicht vehement gewehrt
  • Soldaten wurden durch Anwohner zum Aufgeben aufgefordert
  • weiße Fahnen wurden in die Fenster gehängt
  1. Mit welchen Problemen waren die Gemeinden in den Folgejahren wahrscheinlich konfrontiert?
  • Traumatisierungen und furchtbare Erinnerungen
  • viele Flüchtlinge und Vertriebene mussten aufgenommen werden
  • Probleme mit der Entnazifizierung
  • zerstörte Gebäude mussten aufgebaut werden
  • Orientierungslosigkeit, zerstörte Ideenwelt
  • Trümmer und Gefahren durch Munition und Blindgänger
  • Armut und Mangel an Waren
  • Hunger und Nahrungsmittelknappheit

Die Untersuchung basierte auf Zeitzeugenberichte aus dem Stadtarchiv Renningen und wurde nach einem Vergleich zur allgemeinen Situation in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in einer Transferphase problemorientiert diskutiert.

Wie lässt sich die deutsche „Zusammenbruchsgesellschaft“ definieren?

Kann das Jahr 1945 in Deutschland als „Stunde Null“ in die Geschichte eingehen?

Welche Schuld traf die deutsche Gesellschaft an ihrer Situation nach dem Zweiten Weltkrieg?

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