Kurzinformationen Klausur 1 KS2 g2

Liebe Kursteilnehmer,

da es durch den Studientag letzte Woche ein paar Verwirrungen gab, hier ein paar Hinweise zur Klausur:

1. Der erste Teil ist die Analyse einer Textquelle zu einer der drei Weltideologien des 20. Jahrhunderts.

– Analysieren Sie die Textquelle hinsichtlich der … (verschiedene genau vorgegebene Merkmale) und geben Sie die These des Autors wieder.
– Vergleichen Sie die … der Textquelle mit den … der beiden anderen vorherrschenden Ideologien des 20. Jahrhunderts.
– Beurteilen Sie … (historische und persönliche Beurteilung)

Historische Beurteilung: z.B.: Inwieweit hat sich die These des Autors als richtig erwiesen?

Persönliche Beurteilung: Welche Meinung haben Sie zu der These?

2. Der zweite Teil ist eine Bildanalyse zum Thema Holocaust

– Bildbeschreibung
– Bildinterpretation (Interpretation der einzelnen Bildelemente und der Gesamtaussage)
– Beurteilung (historische und persönliche Beurteilung)

Diese Plakate dürften euch weiterhelfen:
https://histoproblog.org/2012/10/11/plakate-zu-den-gesellschaftsmodellen-des-20-jhds-ii/

https://histoproblog.org/2012/10/10/von-den-schulern-erstelle-plakate-zu-den-drei-gesellschaftsmodellen-des-20-jhds/

Hier die behandelten Texte:

Der Kommunismus

Die Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts war von extremen Umbrüchen und Veränderungen geprägt. Die Industrialisierung hatte sich in den westlichen Ländern vollständig durchgesetzt und neben einer deutlich erhöhten Produktivität innerhalb dieser Staaten auch eine Veränderung der Lebensbedingungen der Menschen erzeugt. So mussten nun viele Menschen 14 Stunden am Tag in Fabriken arbeiten, lebten aber mit ihren Familien in winzigen Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnungen. Auch im Bereich der Hygiene und der Ernährung konnten sich nur wenige Reiche einen angenehmen Lebensstandart leisten. Diese unbefriedigende Situation nennt man die „Soziale Frage“.

In der internationalen Politik hatte die zunehmende Aufrüstung der mächtigen Staaten der Welt bis 1914 zu einer gefährlichen Situation geführt. Deutschland, Österreich-Ungarn und das türkische Osmanische Reich standen einem Bündnis von England, Frankreich, Russland und Italien gegenüber. Die gegenseitige Bedrohung zwischen Mittelmächten und Entente eskalierte 1914 durch die Ermordung des österreichischen Kronprinzen Ferdinand in Sarajevo zum Ersten Weltkrieg (1914-1918). Der Krieg, dem auch weitere Nationen aus aller Welt beitraten, forderte 17 Millionen Menschenleben und veränderte die Welt für immer. In seiner Folge brachen die großen Monarchien Deutschland, Österreich-Ungarn, Russland, Italien und das Osmanische Reich zusammen, während die Demokratien in England, Frankreich und den USA gestärkt aus dem Krieg hervorgingen.

In Versailles, einem Vorort von Paris, wurden die Versailler Verträge mit den Verlierern des Ersten Weltkrieges geschlossen. Österreich-Ungarn wurde in zwei Staaten aufgeteilt und verlor auch weiteres Staatsgebiet an neugegründete Staaten (Polen, Jugoslawien, Rumänien, usw.). Deutschland musste ebenfalls Gebiete abtreten, musste sein Militär auf ein Minimum beschränken und Reparationen an die Siegermächte zahlen. Außerdem wurde ein demokratisches System etabliert, um das Land von weiteren Aggressionen abzuhalten.

In dieser Situation der Neuordnung der Welt setzten sich in jedem früher monarchischen Land verschiedene Kräfte durch. In Russland konnten sich ab 1917 mit der „Russischen Revolution“ kommunistische Kräfte durchsetzen. Der Kommunismus ist eine Ideologie, die in der Zeit der Industrialisierung entstanden ist und durch die deutschen Theoretiker Karl Marx und Friedrich Engels geprägt wurde. Marx und Engels kritisierten, dass arme Menschen im kapitalistischen System immer ärmer und reiche Menschen immer reicher würden. In ihrem kommunistischen Manifest von 1848 forderten sie, dass sich alle „Proletarier“, also Arbeiter und Bauern, aus ihrer unerträglichen Lage befreien sollten und mittels einer Revolution selbst die Macht erkämpfen sollten.

Die dann herrschende Arbeiterklasse solle einen Staat errichten, der nur durch sie geführt würde (=> Diktatur des Proletariats). Reiche Adlige und Großgrundbesitzer sollten enteignet werden, Privatbesitz wurde jedem verboten. Der Staat sollte durch Arbeiter- und Bauernräte oder eine zentrale Partei geführt werden, die zentral bestimmen konnten, was und wie viel produziert werden sollte. Kommunismus war also durch Zentralismus und Planwirtschaft bestimmt. Jeder Arbeiter und jeder Bauer sollte so den gleichen Lebensstandart haben, andererseits seine persönliche Freiheit dem kommunistischen Staat und der Gemeinschaft unterwerfen. Die Freiheit des Einzelnen (Individuums) wurde dem Gemeinwohl untergeordnet, das durch die kommunistische Partei festgelegt wurde. Freie Wahlen waren mit dieser Ideologie somit nicht notwendig, Meinungs-, Versammlungs-, Presse- und Religionsfreiheit waren ebenfalls nicht vorgesehen (z.B. kein Pluralismus der Meinungen -> nur die Meinung der Partei zählte).

Der Faschismus

Nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) schien es zunächst, als habe die Demokratie endgültig den Durchbruch geschafft. Die großen alten Reiche und Militärdiktaturen in Europa waren zusammengebrochen und durch parlamentarische Republiken ersetzt worden. Die Auswirkungen des Krieges und die Weltwirtschaftskrise 1929 riefen indes neue Kräfte auf den Plan: zum einen den Kommunismus, der nach dem Vorbild der Russischen Revolution von 1917 eine Diktatur des Proletariats (der Arbeiterklasse) errichten wollte, zum anderen den Faschismus.

Der Faschismus entwickelte sich aus der Idee der Eugenik. Diese Theorie stützte sich auf die Ideen Darwins und behauptete, dass alle „Rassen“ der Welt gegenseitig in einem Wettbewerb um das Überleben stehen würde. Nur die stärkste „Rasse“ könne überleben, indem sie ihr Erbgut möglichst „rein“ halten würde. Schwächlinge, Behinderte und Menschen anderer „Rassen“ wurden als wertlos und als Gefahr für die eigene Rasse gesehen.

Die Staatsideologie des Faschismus war extrem antikommunistisch und gleichzeitig antidemokratisch ausgerichtet. Im Bürgertum und bei den Landbesitzern genoss er starken Rückhalt, da man in ihm einen Schutzwall gegen den Kommunismus sah. Er war jedoch mehr als eine bloße konservative Bewegung. Die faschistischen Staaten waren Diktaturen, in denen eine Partei regierte, die keine Opposition duldete. Die gesamte Wirtschaft und das öffentliche Leben wurde von der Partei gesteuert. An ihrer Spitze stand ein Führer, der die gesamte Macht auf sich vereinte. Dieses Prinzip wird „Führerprinzip“ genannt.

Waren die Faschisten einmal an der Macht, gaben sie sie nicht mehr aus der Hand. Mit modernsten Organisations- und Propagandamitteln mobilisierten sie die Massen (=> Massenpsychologie). Sie redeten den Bürgern ein, dass Staat und Nation das höchste Gut und Gehorsam und Opferwille die wichtigsten Tugenden seien und dass sich erst im Krieg die wahre Größe eines Volkes erweise. Der faschistische Staat war dem Wesen nach ein militaristischer Staat.

Unter den Begriff „Faschismus“ sind eine Reihe verblüffend ähnlicher Bewegungen zusammengefasst, die sich lediglich dem Namen nach unterschieden. Das Wort wurde von dem ehemaligen italienischen Sozialisten Benito Mussolini geprägt, der im März 1919 die Fasci di Combattimenti gründete, die spätere Faschistische Partei. (Fasci heißt Rutenbündel, und diese galten im antiken Rom als Machtsymbol.)

Bei seinem Aufstieg profitierte der Faschismus von der allgemeinen Unzufriedenheit mit dem Ausgang des Ersten Weltkriegs. Italien hatte auf Seiten der Sieger gekämpft, aber einen zu geringen Teil der Beute erhalten. Dazu kamen die Wirren der Nachkriegszeit, in denen die Faschisten versprachen, die Ordnung wiederherzustellen. Mit Straßenterror und der illegalen Übernahme linksgerichteter Stadtparlamente schwächten sie planmäßig die staatliche Autorität, eine klassische Taktik, die andere faschistische Parteien aufgriffen.

Dies war ein wichtiger Faktor, denn keiner faschistischen Partei gelang es je, bei freien Wahlen die Mehrheit zu erringen. Ihr Erfolg gründete auf der überzeugenden Darstellung ihrer Durchschlagskraft und der Tatsache, dass sie die Furcht vor dem Kommunismus und das geschwächte Selbstvertrauen der Staatsregierungen für ihre Ziele ausnutzten. Mussolinis berühmter Marsch auf Rom im Oktober 1922 war dabei richtungsweisend. Er war eine Massendemonstration der eigenen Macht und brachte Mussolini die Ernennung zum Ministerpräsidenten ein. Schon ab 1928 hatte Mussolini dann als Führer („Il Duce“) alle Macht auf sich vereint.

Die Demokratie

Die Frage der Verteilungskämpfe ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon vor der Antike mussten sich die Menschen damit befassen, wie der Güter und Nahrungsmittel unter den Menschen eines Volksstamms aufzuteilen war. Die ersten Frühformen von Staaten sahen einen Stammesführer vor, der seine Macht auf Gottesgnadentum sowie seine Abstammung von früheren Stammesführern gründen konnte. Sowohl diese Staatsform der Monarchie, als auch die Machtausübung Einzelner durch Gewalt (gemeinhin als Diktatur beschrieben) hatten allerdings zur Folge, dass nur ein geringer Teil des Volksstamms vom allgemeinen Wohlstand profitierte, die restlichen Menschen lebten in ärmlichen Verhältnissen. Diese Antworten auf die Verteilungsfrage führten oft zu internen Kriegen und Kämpfen.

Ab dem 6. Jahrhundert vor Christus lässt sich im antiken Griechenland, namentlich in Athen, die Entwicklung einer dritten Antwort auf die Verteilungsfrage verfolgen: die Demokratie. Durch Neuerungen des Solon, Kleisthenes und Perikles wurde das Volk (griechisch: demos) immer mehr an der Macht beteiligt. Alle männlichen Mitglieder des Volkes konnten Repräsentanten wählen, die für sie in einer Volksversammlung eintraten und ihre Rechte einfordern konnten. Diese Repräsentanten wurden außerdem schon früh mit Ausgleichszahlungen vergütet, die es ihnen ermöglichte sich von ihrer Arbeit zu den Versammlungen zu begeben.

Auch wenn die Demokratie als Staatsform spätestens mit dem Fall der Römischen Republik (27. v. Chr.) zunächst verschwand, erhielten sich die Ideen in einzelnen kleineren Ländern und in antiken Schriftstücken. Als zur Zeit der Renaissance („Wiedergeburt der Antike“) antike Schriftstücke gelesen wurden, stellten sich die antiken Ideen als neue Lösungsmöglichkeit für die Probleme des 17. und 18. Jahrhunderts heraus. Die meisten Monarchien hatten sich zu dieser Zeit zu absoluten Monarchien entwickelt, in denen die meisten Menschen in Hunger und Armut leben sowie häufig in sinnlose Kriege ziehen mussten.

Die Idee der Volkssouveränität wurde zunächst von Rousseau (ab 1673) entwickelt und sah freie Wahlen von Repräsentanten in ein Parlament vor. Vordenker wie Locke und Montesquieu etablierten außerdem die Gewaltenteilung zwischen legislativer (Parlament), exekutiver (Regierung) und judikativer Gewalt (Gerichte) im demokratischen Staat. Die Macht des Staates sollte so auf drei Institutionen verteilt werden, die sich einerseits gegenseitig ausbalancierten und kontrollierten, andererseits dem einzelnen Menschen (Individuum) die Möglichkeit gaben, sich gegen sie rechtlich zu wehren. Alle staatliche Gewalt war so an Recht und Gesetz gebunden (=> Rechtsstaat).

Grundlage dafür bildete die Verfassung, die sich das Volk durch seine Repräsentanten selbst gab. Die Idee der Grundrechte (Meinungs-, Presse-, Versammlungsfreiheit usw.) sollte es jedem Menschen ermöglichen ein weitgehend freies Leben zu leben. Der Pluralismus als Ideal bedeutete, dass viele verschiedene Meinungen und Lebensentwürfe gleichberechtigt nebeneinander stehen konnten. Diese Ideen wurden im 18. Jahrhundert in den USA, Frankreich und Großbritannien erfolgreich umgesetzt.

Nachdem 1918 die „Entente“, die Allianz der demokratischen Staaten mit Russland den Krieg gewonnen hatten, wurde Deutschland durch den Versailler Vertrag mit Druck dazu aufgefordert sich als demokratischer Staat neu zu strukturieren. Nachdem 1848 in Deutschland schon einmal der Versuch eines demokratischen Deutschlands gescheitert war, sollte das Land ein zweites Mal die Verteilungsfrage demokratisch zu lösen versuchen.

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