GFS Bewertung und Tipps Kursstufe 1 Geschichte zweistündig

Die GFS (Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen) ist für das Fach Geschichte in der Kursstufe von besonderer Bedeutung, nicht zuletzt weil mit ihr die Präsentationsprüfung zum Ende der Kursstufe 2 geübt wird.

Die Bewertung der GFS in Geschichte untergliedert sich in meinem Fall in fünf Kategorien:
1. Struktur (Gewichtung x2)
2. Fachliche Darstellung (Gewichtung x4)
3. Körpersprache (Gewichtung x1)
4. Sprachliche Darstellung (Gewichtung x1)
5. Medieneinsatz (Gewichtung x2)

Zeitlicher Rahmen:
Vortrag: 15-30 Minuten
Kolloquium: 10 Minuten

Betrugsversuche und Plagiate:
Das Abschreiben von jeglichen Quellen ist ein Plagiat und führt zu einer Benotung der GFS mit 0 Punkten. Alle Zitate und alle Quellen müssen (wie unten erklärt) kenntlich gemacht werden. Jede GFS wird von mir in der Woche der Präsentation durch die üblichen im Internet verfügbaren Programme auf Plagiate überprüft. Dies hat seinen Grund nicht im fehlenden Vertrauen in eure Ehrlichkeit, sondern soll gleiche Chancen für alle und ein hohes Maß an Fairness und Qualität für alle gewährleisten.

Terminverschiebungen:
Der GFS-Termin kann wegen Krankheit oder anderer schwerwiegender Probleme selbstverständlich verschoben werden. Die Erkrankung muss mir allerdings so schnell wie möglich gemeldet werden (ich muss ein Alternativprogramm aufstellen). Terminliche oder fachliche Überforderung sind KEIN Verschiebungsgrund. Nach zweimaliger Verschiebung der GFS wird eine Bewertung mit 0 Punkten erteilt, auch dies hat die obigen Gründe.

1. Struktur

Der Vortrag sollte übersichtlich sein und einem roten Faden folgen. Dieser wird von einem zweckmäßigen Einstieg begonnen, der eine These oder eine Leitfrage einführt. Zu Beginn des Vortrags sollte außerdem eine Übersicht über die Gliederung vorgestellt werden. Die einzelnen Schritte im Hauptteil müssen knapp gehalten sein, das Wesentliche darstellen und klare Übergänge beinhalten. Der gesamte Vortrag sollte die Zeitvorgabe (zwischen 15 und 30 Minuten) auf jeden Fall einhalten. Den Abschluss bieten eine kurze Zusammenfassung des Hauptteils und seiner Argumente sowie eine Fazit, dass die Leitfrage beantwortet oder auf die These des Einstiegs zurückführt und diese diskutiert. Das Fazit sollte besonders klar formuliert sein. Es folgt ein Literaturverzeichnis, das vorrangig Printmedien (Bücher, Zeitschriften, Zeitungsartikel, Sammelbände etc.) und weniger Internetquellen beeinhaltet.

Bücher sollten folgendermaßen angegeben werden:
Neutatz, Dietmar: Träume und Albträume. Eine Geschichte Russlans im 20. Jahrhundert, München 2013.

Artikel in Fachzeitschriften sollten folgendermaßen angegeben werden:
Neutatz, Dietmar: „Die Moskauer Metro : von den ersten Plänen bis zur Grossbaustelle des Stalinismus (1897 – 1935)“, in: Beiträge zur Geschichte Osteuropas 33 (2001), S. 452-489.

Internetlinks sollten folgendermaßen angegeben werden:
Histoproblog: Bismarcks Außenpolitik im Kaiserreich, https://histoproblog.org/2014/06/15/bismarcks-ausenpolitik-im-kaiserreich/, letzter Aufruf 13.10.2014.

Die Herkunft von Bildern, Karten, Statistiken, Videos und Musikstücken ist einerseits auf der betreffenden Folie selbst und außerdem in einem Verzeichnis am Ende der Präsentation anzugeben.

2. Fachliche Darstellung:

Der Vortrag sollte fachlich richtig und zweckmäßig sein. Dabei ist vor allem die Leitfrage/die These und deren Qualität wichtig: Die Leitfrage sollte ein tatsächliches Problem aufwerfen, die These sollte eine tatsächlich problematisierende Behauptung sein. Die Leitfrage / die These sollte dann anhand der gesammelten Informationen im Hauptteil untersucht werden, was zu einem abschließenden Fazit führt. Das Fazit und damit die Beantwortung der Leitfrage ist besonders wichtig. Beim Aufbau einer Leitfrage kann auch auf historische Behauptungen aus Quellen zurückgegriffen werden, solange sie nicht zu offensichtlich falsch sind.
Beispiel:
„Gelang durch die Entnazifizierung zwischen 1945 und 1949 tatsächlich eine ‚Reinigung der Gesellschaft‘ vom Nationalsozialismus?“

Fachausdrücke sollten im Hauptteil sämtlich erklärt werden, solange sie für Schüler der Kursstufe nicht bekannt sein dürften. Die im Kolloquium durch Mitschüler und den Lehrer gestellten Fragen sollten fachlich sicher, begrifflich genau und sprachlich klar beantwortet werden.

3. Körpersprache

Der Vortragende sollte zu jeder Zeit sicher wirken und ein offenes Auftreten zeigen. Nervosität ist kein Problem, sie sollte sich aber nicht zu stark zeigen und mit dem Fortlauf der Präsentation legen. Der Vortragende sollte dem Zuhörer zugewandt sein und Blickkontakt mit dem Kurs halten. Ein klarer Stand vor dem Kurs ohne nervöse Trippelschritte und „Wandern“ sind ebenfalls Voraussetzung. Mimik und Gestik sollten klar, nicht zu übertrieben und zielführend sein.

4. Sprachliche Darstellung:

Die Sprache sollte klar verständlich sein und nicht eintönig wirken. Das Sprechtempo sollte nicht zu schnell sein, aber auch nicht durch Langsamkeit ermüden. Der Sprecher sollte laut und deutlich sprechen sowie nach wichtigen Aussagen kurze Pausen einfügen.
Satzbau und Grammatik sollten jederzeit so fehlerfrei sein, dass sie die Verständlichkeit nicht beeinträchtigen. Es sollte eine Fachsprache gewählt werden, die zum Publikum (Schülern der Kursstufe) passt, Umgangssprache sollte auf jeden Fall vermieden werden. Begrifflichkeiten (Terminologie) sollten richtig eingesetzt und klar definiert sein.

5. Medieneinsatz

Dem Einsatz von unterstützenden Medien kommt eine besondere Rolle zu, er sollte das Interesse des Publikums anregen und der Präsentation mehr Anschaulichkeit verleihen.
Der Vortrag sollte mit einer Powerpoint-Präsentation begleitet sein, die die wichtigsten Eckpunkte des Vortrags visualisiert. Die einzelnen Folien sollten nie mehr als fünf Unterpunkte enthalten, nicht zu überladen sein und immer einen eigenen Titel enthalten. Die Schriftgröße sollte ein angenehmes Lesen sicherstellen, es ist eine Standard-Schriftart (Times New Roman, Arial, Calibri) zu wählen und muss unbedingt durchgehend beibehalten werden. Auf ablenkende Folienübergänge ist dringend zu verzichten, Farben sind zurückhaltend einzusetzen. Jede Folie sollte den gleichen Hintergrund zeigen.
Eine sichere Medienhandhabung ist dringend wichtig. Bilder, Statistiken, Karten, usw. sollten dringend erklärt werden und für das Publikum lange genug zu sehen sein. Medien sollten nur eingesetzt werden, solange sie sinnvoll sind und den Vortrag unterstützend ergänzen.
Der Vortragende sollte ein Handout von maximal zwei DIN-A4-Seiten austeilen, entweder vor oder nach dem Vortrag. Das Handout muss den Titel, die Gliederung, das Datum und einen Kopf [z.B.: Kursstufe 1 – Geschichte (Pretz) – Kurs g2 – Prozesse der Modernisierung] enthalten. Es sollte inhaltlich nur die wichtigsten Punkte zusammenfassen, vor allem die Leitfrage und das Fazit müssen enthalten sein.
Da es an unserer Schule unüblich ist, eine schriftliche Ausarbeitung des Vortrags zu einzufordern, verzichte ich darauf und setze den Fokus auf die obigen Faktoren.

Viel Erfolg bei der Vorbereitung! Hier findet Ihr eine Themenliste, die Euch die Suche nach einem Thema vereinfachen wird!
https://histoproblog.org/2014/10/06/gfs-themenliste-kursstufe-1-zweistundig/

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