Woher wissen wir etwas über die Vergangenheit? (6. Klasse)

Quellen beantworten unsere Fragen an die Vergangenheit, Darstellung fassen die Antworten zusammen

Durch Geschichtswissenschaft können wir nicht nur Fragen zur Vergangenheit beantworten, sondern daraus auch Schlüsse für unsere Gegenwart und Zukunft ziehen.

Bei unserer Suche nach Antworten können uns Quellen weiterhelfen, z.B. Höhlenmalereien, Ruinen, Schriftrollen, Werkzeuge, Bücher oder Gemälde aus der untersuchten Zeit genauer untersucht und daraus Informationen gewonnen werden.

Dabei muss die Quelle direkt aus der damaligen Zeit sein, dort also hergestellt sein. Hast du aber ein Buch oder ein Gemälde aus späterer Zeit vor dir, die die untersuchte Zeit nur darstellt, handelt es sich nur um eine Darstellung. Bei den langen Autorentexten in deinem Schulbuch handelt es sich z.B. auch um Darstellungen von Schulbuchautoren. Diese Texte sind das Ergebnis der Forschung von Historikern und Archäologen und fassen alles Wichtige zum Thema zusammen.

Verschiedene Formen von Quellen

Quellen kann man nach seiner Form unterscheiden. Folgende Formen können unterschieden werden:

schriftliche Quellen:

Inschriften auf Steinen und Gebäuden, Schriftrollen, Tagebücher, Briefe, aber auch weniger alte Zeitungen sind Schriftquellen, die uns viele Informationen über die Vergangenheit liefern. Schriftquellen gehören zu den wertvollsten Quellen, allerdings sind sie oft nicht in deutscher Sprache, sondern zum Teil sogar in uralten Sprachen geschrieben worden. Um sie zu verstehen, müssen Historiker zunächst diese Sprachen lernen oder sie sogar erst entziffern.

mündliche Quellen:

Alte Sagen, Balladen, Legenden wurden und werden oft von den Eltern an die Kinder weitergegeben, ohne dass sie je aufgeschrieben wurden. Diese können als Quellen viel über die Vergangenheit aussagen. Noch lebende Zeitzeugen der untersuchten Zeit können interviewt werden und wichtige Fragen beantworten (z.B. auch unsere Groß- oder Urgroßeltern).

Bildquellen:

Bei Bildquellen handelt sich meistens um Gemälde und Zeichnungen von Menschen, die zur untersuchten Zeit gelebt haben. Höhlenmalereien sind die ältesten Bildquellen, die wir kennen. Fotografien sind die modernsten Bildquellen.

Sachquellen:

Tonscherben, Pfeilspitzen, Mumien, Knochen, Schwerter oder bronzene Kessel fassen wir als Sachquellen zusammen. Auch wenn auf ihnen keine Texte oder Bilder zu finden sind, geben sie uns trotzdem meist Aufschluss über historische Probleme. Oft kann eine Sachquelle auf die Zeit seiner Entstehung datiert werden, das Material kann in einem Labor untersucht werden und auch die Fundstelle verrät uns viel über jeden Gegenstand.

Ton- und Filmquellen:

Ton- und Filmquellen gibt es natürlich nur aus den Zeiten, in denen es bereits möglich war, Sprache und Bilder auf Tonbändern oder Platten festzuhalten. Allerdings sind die noch vorhandenen Ton- und Filmquellen oft die aufschlussreichsten Quellen, die wir zur Verfügung haben. Vor allem alte Schallplatten, Kassetten, Videos, Filme und CDs helfen Historikern bei der Erforschung der letzten hundert Jahre. Spielfilme, Hörspiele und Dokumentationen gehören allerdings nicht zu den Ton- und Filmquellen, sondern sind Darstellungen der damaligen Zeit aus heutiger Sicht.

Der Unterschied zwischen Tradition und Überrest

Quellen werden außerdem in Tradition und Überrest unterteilt. Traditionsquellen sind Quellen, die die damals lebenden Menschen absichtlich für die Nachwelt hergestellt haben. Darunter zählen wir z.B. Denkmäler von Herrschern. Der Herrscher sollte dabei auch für die späteren Generationen als verehrungswürdig dargestellt werden. Überreste sind immer Quellen, die zwar etwas über die damaligen Menschen aussagen können, von diesen Menschen aber nicht absichtlich für diesen Zweck zurückgelassen worden sind. Eine alte Axt von einem früheren Schlachtfeld ist demnach zwar eine Quelle, weil sie uns etwas über die damalige Schmiedekunst und die damalige Kriegsführung erzählen kann. Sie gehört aber als zufällig Überlieferung zu den Überresten.

Quellenkritik

Wer die Vergangenheit mit Hilfe von Quellen erforschen will, muss immer auch die Quelle genau untersuchen. Die äußere Quellenkritik beschäftigt sich mit der Frage, ob eine Quelle auch tatsächlich aus der untersuchten Zeit stammt. Manche Quellen stellen sich auch nach vielen Jahrhunderten noch als Fälschung heraus. Die innere Quellenkritik untersucht welchen Standpunkt der Autor der Quelle zum Thema einnimmt, aus welcher Perspektive er das Thema darstellt und welche Argumente er anbringt. Historiker vergleichen dabei die Quelle mit anderen Quellen und versuchen herauszufinden, ob der Autor aus dieser Zeit gelogen haben könnte oder ob er mit seiner Aussage eine bestimmte Absicht verfolgte. So kann die Quelle schrittweise auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht werden. Die absolute „Wahrheit“ über die vorliegende Quelle ist allerdings meist sehr schwer herauszufinden, trotzdem lohnt sich die Erforschung.

 

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